Detmold/Lemgo. Die Gefäßchirurgie und die Thoraxchirurgie des Klinikums Lippe ziehen von Lemgo nach Detmold. Das haben der Aufsichtsrat sowie die Gesellschafterversammlungen am Montag (27. Oktober) in einer Sondersitzung beschlossen. Gleichzeitig ist die Geschäftsführung laut Kreis-Sprecher Patrick Bockwinkel beauftragt worden, Gespräche mit dem Gesundheitsministerium NRW über die Sicherstellung einer chirurgischen Grundversorgung in Lemgo zu führen. Dazu ist der Aufbau einer Allgemeinen Chirurgie in Lemgo vorgesehen. Onkologie und Neurologie ziehen um Hintergrund der Beschlussfassung ist laut einer Pressemitteilung das Zukunftskonzept 2030 des Klinikums. Das Konzept zielt darauf ab, Kompetenzen an einem zentralen Standort so zu bündeln, dass eine bessere stationäre medizinische Versorgung für alle Lipperinnen und Lipper entsteht - und zwar in Detmold. Mit diesem Ziel haben die Gremien bereits vor einem Jahr den Umzug von Neurologie und Onkologie nach Detmold beschlossen. Bei der Beschlussfassung vor einem Jahr war ein Umzug von Gefäß- und Thoraxchirurgie nach Detmold noch offen gelassen worden. In der Zwischenzeit ist durch das Beratungsunternehmen Lohfert & Lohfert eine gutachterliche Bewertung vorgenommen worden. Die Experten kommen darin laut Bockwinkel zu dem Schluss, dass der Umzug der beiden chirurgischen Kliniken nach Detmold und der Aufbau einer Allgemeinen Chirurgie in Lemgo sinnvoller sei, als den Status Quo zu erhalten. Standort Lemgo bleibt Grundversorger Der Standort Lemgo bleibe damit - wie bereits im November 2024 beschlossen - als Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung mit einer Allgemeinen Inneren, einer Chirurgie, einer Notfallversorgung sowie stationären Fachkliniken erhalten. Außerdem sollen dort ambulante Angebote weiterentwickelt werden. Die Gesellschafterversammlung entschied nicht über die Zukunft des Interimsgeschäftsführers Dr. Niklas Cruse. Ein entsprechender Antrag der Grünen, Cruse zu kündigen, kam nicht zur Abstimmung.