Detmold. Detmold stellt drei schwere Nutzfahrzeuge auf den klimafreundlichen Treibstoff um. Ein Abfallsammler und zwei Lkw, fahren zukünftig mit HVO100 anstatt mit herkömmlichen Diesel. Schrittweise sollen bis zu zehn der größten und verbrauchintensivsten Fahrzeuge, also weitere Abfallsammler und Lkw, auf HVO100 umgestellt werden, teilt die Stadt mit.
„Diese Maßnahme ist ein zentraler Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Detmold und unterstreicht das Engagement Detmolds für eine klimafreundliche und zukunftsorientierte Mobilität“, sagt Dr. Miriam Mikus, Erste Beigeordnete der Stadt. Die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit fallen in ihre Verantwortung.
Was ist HVO100?
HVO100 (Hydrotreated Vegetable Oil) ist ein synthetischer, nachhaltiger Kraftstoff, der fossilen Diesel ersetzen könne, schreibt die Stadt in einer Pressemitteilung. Er werde ausschließlich aus Abfall- und Reststoffen biologischen Ursprungs wie Altspeiseöl oder tierischen Fetten hergestellt. Die Vorteile dieses Treibstoffs seien vielfältig: „Er reduziert die CO2-Emissionen um bis zu 90 Prozent und verringert gleichzeitig die Feinstaub- und Stickoxidemissionen. Zudem ist HVO100 biologisch abbaubar und lagerstabil, was ihn zu einer besonders umweltfreundlichen Alternative macht.“
Ein weiterer Vorteil sei die Kompatibilität mit bestehenden Dieselfahrzeugen. Dank der sofortigen Einsatzfähigkeit ohne technische Anpassungen oder aufwendige Infrastrukturmaßnahmen könne HVO100 problemlos in den Fuhrpark integriert werden.
Warum stellt Detmold jetzt um?
Der Pilotversuch mit den drei umgestellten Fahrzeugen und einem Gesamtverbrauch von mehr als 2500 Litern HVO100 habe bisher durchweg positive Ergebnisse gezeigt. „Die Fahrzeuge liefen ohne technische Probleme.“ Zudem bestätigten externe Referenzen wie zum Beispiel vom Landesbetrieb Straßen.NRW, die seit Juli 2024 bereits mehr als 625.000 Liter Diesel durch HVO100 ersetzt hätten, die Vorteile des neuen Treibstoffs. „Besonders hervorzuheben sind die geringere Fahrzeugwartung und die längeren Einsatzzeiten, die zu einer höheren Effizienz im Fuhrpark führen“, sagt Umut Savas, Leiter des Fuhrparks der Stadt Detmold.
HVO100 biete der Stadt Detmold eine unkomplizierte und sofortige Lösung zur Reduktion von CO2-Emissionen. Gleichzeitig unterstütze der Treibstoff die Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben, insbesondere des „Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungs-Gesetzes“. Mit einer eigenen HVO100-Tankstelle auf dem Baubetriebshof in der Georgstraße gehöre Detmold zu den wenigen Kommunen in der Region, die diese Technologie bereits nutzen.
Kosten
„Zwar sind die Kosten für HVO100 aktuell etwa 10 Prozent höher als für herkömmlichen Diesel, doch diese kurzfristige Mehrbelastung wird durch langfristige Einsparungen mehr als ausgeglichen“, erklärt Savas. Durch die sauberere Verbrennung verringere sich die Werkstattaufenthalte, was zu weniger Ausfallzeiten und geringeren Reparaturkosten führe. Zudem spare die Stadt erhebliche Mittel bei der Fahrzeugbeschaffung: „Ein Diesel-Abfallsammler kostet etwa 400.000 Euro, während ein elektrisch betriebener Abfallsammler – je nach Höhe der Förderung – 280.000 bis 480.000 Euro teurer wäre“, schreibt die Verwaltung. „Damit leistet die Stadt nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz, sondern schont auch ihre Ressourcen.“
Der in Detmold eingesetzte HVO100 sei ISCC-zertifiziert und stamme zu 100 Prozent aus biogenen, erneuerbaren Rohstoffen. Die Beschaffung erfolge direkt bei Mineralölunternehmen und die Betankung der Fahrzeuge finde auf der eigenen Betriebstankstelle statt. Dies garantiere eine durchgehend hohe Qualität und Nachhaltigkeit des Treibstoffs. Dr. Miriam Mikus: „Die Umstellung auf HVO100 zeigt, dass eine nachhaltige Transformation des kommunalen Fuhrparks nicht nur realistisch, sondern auch gesetzeskonform und wirtschaftlich sinnvoll umsetzbar ist. Detmold beweist damit, wie Innovation und Umweltschutz Hand in Hand gehen können.“