Detmold. Mit ihrem Roman „Der Sommer am Ende der Welt“ ist die Bestsellerautorin Eva Völler am Dienstag, 3. Februar, 19 Uhr, zu Gast in der Stadtbibliothek Detmold.
Bei dem Roman handelt es sich um eine Mischung aus Liebesgeschichte und düsterer Nachkriegsgeschichte.
Kinder bis zu zwölf Wochen von Familien getrennt
Im Zuge der Kinderverschickungen wurden in den 60er-, 70er und 80er-Jahren Millionen Kinder zur Kur geschickt. Die Gründe: zu dünn, zu blass, Atemwegs- oder Hauterkrankungen. Bis zu zwölf Wochen waren sie von ihren Familien getrennt und sollten in Heimen aufgepäppelt werden - auch auf Borkum.
Konkret handelt die Geschichte von der Journalistin Hanna, die mit ihrer pubertären Teenie-Tochter nach Borkum reist, um dort die Geschichte der Verschickungskinder zu recherchieren. Das noble Hotel, in dem sie absteigen, war in den 60er-Jahren ein Kinderheim und die jetzigen Besitzer sind die Nachfahren der damaligen Betreiber, die allzu gerne alles unter den Teppich kehren wollen.
Kurz nach ihrer Ankunft wird ihr das Tagebuch einer ehemaligen Betreuerin des Heims zugespielt. Was sie darin liest, schockiert Hanna zutiefst. Die Kinder wurden damals durchnummeriert und Nr. 2 war ihre eigene Mutter. Inselarzt Ole, in den sie sich verliebt, unterstützt sie, auch als herauskommt, dass sein Großvater als Nazi-Arzt Kinder getötet hat.
Immer noch nicht komplett aufgearbeitet
„Die hessische Autorin, deren Geschwister ebenfalls traumatische Erlebnisse in diesen Heimen hatten, hat mit diesem Buch ein düsteres Kapitel aufgegriffen, das immer noch nicht komplett aufgearbeitet ist“, heißt es in einer Mitteilung der Stadtbibliothek.
Viele Jungen und Mädchen hätten in dieser Zeit Missbrauch und Gewalt erlebt. Deshalb sei es gut und wichtig, dass Eva Völlers aktueller Roman von den sogenannten Verschickungskindern erzählt. Mit viel Empathie für ihre Figuren hole Völler ein lange verdrängtes Kapitel der Nachkriegszeit ans Licht und zeige, dass manchmal erst der Blick in die Vergangenheit helfe, das Leben zu leben, das man sich wünscht.
In der Pause und im Anschluss an die Lesung bietet der Förderverein der Stadtbibliothek Wasser und Wein.
Tickets für die Lesung sind im Vorverkauf für 8 Euro bei der Stadtbibliothek per E-Mail unter veranstaltungen-stabi@detmold.de oder telefonisch unter (05231) 309411 erhältlich. Fördervereinsmitglieder und Ehrenamtliche der Stadtbibliothek zahlen im Vorverkauf 6 Euro. Kurzentschlossene können an der Abendkasse für 10 Euro teilnehmen.