Detmold. Florian Ludwig und das Hochschulorchester haben in den vergangenen Jahren bewiesen, dass sich das traditionsreiche Format des Neujahrskonzerts immer wieder neu denken lässt.
So auch diesmal: „Oper zwischen Witz und Wahnsinn“ lautet der Titel für das Motto, das auf den musikalischen Streifzug durch die Werke verschiedener Strauß-Komponisten aus dem vergangenen Jahr folgt. Der Jahresauftakt geht am Samstag, 17. Januar, 19.30 Uhr, sowie am Sonntag, 18. Januar, 11.30 Uhr, im Konzerthaus über die Bühne.
Werke aus unterschiedlichen Epochen
„Präsentiert werden Werke aus unterschiedlichen Epochen, die auf den ersten Blick scheinbar willkürlich nebeneinanderstehen. Verbunden sind sie jedoch durch zutiefst menschliche Gefühlslagen: den spielerischen Witz und den seelischen Ausnahmezustand – zwei gegensätzliche Pole, die sich wie ein roter Faden durch die Opernliteratur ziehen“, schreibt die Hochschule für Musik in der Einladung.
Konzertgenuss treffe dabei auf ein praxisnahes Studium, das an den beruflichen Erfordernissen ausgerichtet sei: Die Studenten setzten sich mit Stilvielfalt, Ausdruck und Interpretation neuer Orchesterwerke auseinander.
Den humorvollen Part des Programms repräsentieren unter anderem die komischen Opern „Zar und Zimmermann“ und „Der Waffenschmied“ von Albert Lortzing. Aus diesen Paradebeispielen des musikalischen Witzes erklingen die Arie „O sancta justitia“, gesungen von Bassbariton Mark Grishin, sowie „Welt, du kannst mir nicht gefallen“, interpretiert von Mezzosopranistin Merle Dräger. Satirische Züge trägt auch die Schauspielmusik „Faust“ des Mendelssohn-Zeitgenossen Peter Joseph von Lindpaintner: Das „Lied vom großen Floh“ entlarvt in bissiger, beinahe grotesker Weise Machtstreben, Wissenschaftsgläubigkeit und menschliche Eitelkeit. In Leonard Bernsteins berühmter Arie „Glitter and be gay“ aus seiner Oper Candide wird schließlich die Virtuosität selbst zum Gegenstand ironischer Überzeichnung.
Dem Humor wird der Wahnsinn gegenübergestellt
Dem Humor wird im Programm der Wahnsinn gegenübergestellt. Carl Maria von Weber schlägt in der Ouvertüre zu „Euryanthe“ einen ernsten, nahezu düsteren Ton an. Auch die Arie „Einst träumte meiner sel’gen Base“ aus „Der Freischütz“ bewegt sich zwischen scheinbarer Harmlosigkeit und latent Unheimlichem. Ein eindringliches Porträt seelischer Verzweiflung zeichnet Igor Strawinsky mit „No word from Tom“ aus der Oper „The Rake’s Progress“. Den Kontrast außerhalb des eigentlichen Opernkontextes bildet Joseph Haydns Cellokonzert Nr.1 in C-Dur, das mit seiner reduzierten Instrumentierung und klaren Form fast barock anmutet. Solist dabei ist Violoncello-Professor Paolo Bonomini.
Tickets kosten 32, 27 oder 22 Euro und sind im Vorverkauf über die Touristinformation Lippe & Detmold, unter hochschule-detmold.reservix.de sowie an der Abendkasse erhältlich. Besucher unter 30 Jahren zahlen 6 Euro.