Hunderte Schweine verenden bei einem Großbrand in Bega

Jens Rademacher

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Mehrere Feuerwehrleute verletzten sich bei den Löscharbeiten. - © Jens Rademacher
Mehrere Feuerwehrleute verletzten sich bei den Löscharbeiten. (© Jens Rademacher)

Dörentrup-Bega. Von der Scheune in Bega ist nicht viel mehr als ein rauchender Trümmerhaufen übrig geblieben. Darin sind rund 700 Schweine verendet – vermutlich verschüttet, erstickt oder verbrannt. In dem kleinen Dörentruper Ortsteil herrschte am Sonntag Ausnahmezustand, als die auf dem Hof Petig als Schweinestall genutzte Scheune in Flammen aufging.

„Wir haben ungefähr 100 Ferkel aus Kunststoffboxen an der Rückseite der Scheune geholt", berichtete Christoph Ungermann vom Löschzug Humfeld an der Einsatzstelle. Die Ferkel wurden erst mal auf eine nahegelegene Wiese getrieben. Doch für den Rest der Schweine war es zu spät. Wie viele Tiere es genau waren, die in der zum alten Hofteil gehörenden Scheune gehalten wurden, war zunächst unklar – die Zahlen schwankten. Inzwischen wurde bestätigt, dass insgesamt rund 700 Tiere verendet seien. Ein Tier musste nach der vermeintlichen Rettung notgetötet werden.

Tierärzte und Mitarbeiter des Kreisveterinäramts eilten zur Einsatzstelle, berichtete Jörg Mengedoht von der Barntruper Wehr, der vor Ort die Pressearbeit übernommen hatte. Zur Brandursache gab es zunächst keine Angaben. Die Kriminalpolizei habe die ersten Ermittlungen aufgenommen, hieß es.

Scheune bricht über den Tieren zusammen

Der Alarm – „Feuer 4, Großbrand" – war am Sonntagvormittag um kurz vor 10 Uhr eingegangen. Die ersten Einsatzkräfte alarmierten schon auf dem Weg zur Sibbentruper Straße weitere Helfer, die Rauchsäule war bis Lemgo zu sehen. Am Ende war die komplette Dörentruper Feuerwehr im Einsatz. Dazu rückten Feuerwehr-Einsatzkräfte unter anderem aus Barntrup, Kalletal, Extertal, Blomberg, Lemgo und Lage an. Insgesamt waren mehr als 100 Wehrleute im Einsatz. Hinzu kam der Rettungsdienst, der drei Wehrleute mit Kreislaufproblemen behandeln musste. „Alle sind wieder wohlauf", berichtete Mengedoht am Nachmittag.

Schon beim Eintreffen der ersten Wehrleute brannte der Dachstuhl in voller Ausdehnung. Weitere Tanklöschfahrzeuge wurden angefordert, weil enorme Mengen Wasser gebraucht wurden. Sie bildeten einen Pendeldienst. Dazu löschte die Wehr mit Wasser aus der nahegelegenen Bega. „Es war eine enorme Hitze", sagte Mengedoht.

Der Dachstuhl stürzte ein, Trümmer fielen auf den Hof. Was mit den Tieren geschah, ließ sich nur ahnen. „Man sieht nichts von ihnen, man hört nichts von ihnen", bestätigte Mengedoht. Die Scheune – sie wurde zum Massengrab für die Schweine. „Es muss für die Tiere ein Drama gewesen sein. Erst vorhin sind wieder mehrere Deckenteile zusammengebrochen." Die Stadtwerke Lemgo stellten die unter dem Hof verlaufende Gasleitung ab.

Gegen 15 Uhr hatte die Wehr das Feuer unter Kontrolle. „Aus ist es aber noch nicht", hieß es am Nachmittag. Die Scheune wurde mit Hilfe der Barntruper Drehleiter von oben aus mit Schaum eingesprengt, um die letzten Glutnester zu löschen. Die nahe Bundesstraße 66 war während des Einsatzes mehrere Stunden lang gesperrt. Während der Löscharbeiten mussten Teile der Barntruper Wehr wieder abrücken, weil bei Selbeck ein Mähdrescher in Brand geraten war.

Landwirt versucht, Tiere zu retten

Das Gehöft von Friedo Petig ist unter anderem wegen seines „Hofladens am Berggarten" bekannt. Der Landwirt, auch als Buchautor aktiv („Der Lipper an sich"), hält unter anderem schwäbisch-hällische Landschweine. Der abgebrannte Stall war ein Abferkelstall. Abferkeln heißt der Geburtsvorgang bei Schweinen. Laut Polizei versuchte der Landwirt noch mit weiteren Helfern, einige Tiere zu retten.

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