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Kultur auf dem Land

Warum der Landesverband nach Farmbeck an die Gleise geht

Dörentrup/Extertal/Lemgo. Mit der Übernahme des Kulturstellwerks Nordlippe will der Landesverband Lippe die Kulturentwicklung im ländlichen Raum stärken - und die Vernetzung in Nordlippe fördern. Verbandsvorsteher Jörg Düning-Gast betont: „Mit dem Kulturstellwerk Nordlippe haben wir eine Initiative übernommen, die dank ihrer kreativen, vielfach ehrenamtlich tätigen Köpfe und dank ihrer hervorragenden Vernetzung äußerst erfolgreiche Kulturveranstaltungen anbietet und bei der Bevölkerung in Nordlippe große Anerkennung genießt.“

Das Kulturstellwerk arbeitet künftig unter dem Dach des Landesverbands. Dieser hat das gemeinnützige Unternehmen „Smart Railway OWL“ von der Landeseisenbahn Lippe sowie deren Initiative „Kulturstellwerk Nordlippe“ übernommen. Es bereichere die Palette der Kultureinrichtungen des Landesverbandes, wie dieser mitteilt. Neben der Lippischen Landesbibliothek, dem Lippischen Landesmuseum und dem Weserrenaissance-Museum zählen auch die Burg Sternberg, die Malerstadt Schwalenberg sowie das Hermannsdenkmal und die Externsteine dazu. Nun gehe der Landesverband einen weiteren Schritt – und setze diesen ganz bewusst an die Bahngleise.

Beim Bahnhofsfest in Farmbeck stellte sich Verbandsvorsteher Jörg Düning-Gast offiziell den Akteuren und den zahlreichen Gästen vor. „Kultur im ländlichen Raum anzubieten und zu ermöglichen – das ist ein Schwerpunkt unserer Arbeit, denn Lippe soll und muss attraktiv bleiben, für die Menschen, die hier leben, für Familien, für Fachkräfte“, sagte Düning-Gast.

„Dritter Ort“

Der Landesverband will die in der Bahnmeisterei Farmbeck angesiedelte Initiative nach eigenen Angaben als „Dritten Ort“ weiterentwickeln und perspektivisch mit den Angeboten auf der Burg Sternberg zusammenführen: „Beide Orte fokussieren sich mit ihren Kulturangeboten auf den ländlichen Raum, beide richten sich vor allem an Kinder und Jugendliche, beide agieren erfolgreich in Netzwerken, zu denen lokale Akteure der Kultur-, Jugend- und Bildungsarbeit gehören“, wird Düning-Gast in der Mitteilung zitiert.

Das Kulturstellwerk Nordlippe arbeitet künftig unter dem Dach des Landesverbands. Das Foto zeigt (von links) den stellvertretenden Landrat Stephan Grigat, Kulturmanagerin Martha Johannsmeier, Landesverbandsvorsteher Jörg Düning-Gast, Jochen Brunsiek vom Landesverband, Jürgen Scheffler (Kurator der Ausstellung „Industrialisierung im Begatal“) und Dörentrups Bürgermeister Friso Veldink beim Bahnhofsfest in Farmbeck. - © Kulturstellwerk Nordlippe
Das Kulturstellwerk Nordlippe arbeitet künftig unter dem Dach des Landesverbands. Das Foto zeigt (von links) den stellvertretenden Landrat Stephan Grigat, Kulturmanagerin Martha Johannsmeier, Landesverbandsvorsteher Jörg Düning-Gast, Jochen Brunsiek vom Landesverband, Jürgen Scheffler (Kurator der Ausstellung „Industrialisierung im Begatal“) und Dörentrups Bürgermeister Friso Veldink beim Bahnhofsfest in Farmbeck. (© Kulturstellwerk Nordlippe)

Als „Dritter Ort“ gilt ein Ort - beispielsweise ein Gebäude oder ein Platz im Dorf oder in der Stadt -, der von mehreren Akteuren getragen und betrieben wird, gut erreichbar und bestenfalls barrierefrei ist und niedrigschwellige Kultur- und Freizeitaktivitäten anbietet. Der erste Ort ist demnach das Zuhause, der zweite die Arbeitsstätte. Das Kulturstellwerk Nordlippe wird aus einem „Dritte Orte“ genannten Landesförderprogramm bezuschusst.

Die geplante Bündelung der Aktivitäten von Kulturstellwerk und Burg Sternberg unter dem Dach des Landesverbandes ergibt für Düning-Gast deshalb Sinn: Bestes Beispiel dafür sei das „Burgbeben Strnbrg“. „Hier haben wir gemeinsam mit dem Kulturstellwerk Nordlippe und seinen Partnern, unter anderem der Dörentruper Jugendarbeit ,DöJu’ und dem ,Klangheimlich’-Kollektiv, ein Festival von Jugendlichen für Jugendliche auf die Beine gestellt, das in Nordlippe schon nach zwei Auflagen Kult ist und vom 7. bis 9. Juni dieses Jahr zum dritten Mal stattfindet.“

Kulturprojekte gegen Einsamkeit

Jochen Brunsiek, Geschäftsführer des Kulturstellwerks Nordlippe und seit Januar 2024 Mitarbeiter des Landesverbandes, stellt für seine künftige Arbeit die Menschen in den Mittelpunkt: „Viele wollen wirksam sein und gemeinsam etwas erleben und bewegen. Dabei werden wir unterstützen.“ Zudem ist auch die Vereinsamung der Menschen eine große Herausforderung der Zukunft. „Dem müssen und wollen wir mit unseren Aktionen und Kulturprojekten entgegentreten“, betont Brunsiek.

Die gemeinnützige Unternehmergesellschaft „Smart Railway OWL“ bleibt in ihrer bisherigen Rechtsform des geförderten „Dritten Ortes“ zunächst bestehen, der Landesverband Lippe ist seit dem 1. Januar 2024 alleiniger Gesellschafter. Wie der Landesverband mitteilt, erhält die Gesellschaft für die Initiative „Kulturstellwerk Nordlippe“ bis 2026 noch die Förderung aus dem „Dritte-Orte“-Programm der Landesregierung. Danach soll die Gesellschaft in die Lippische Kulturagentur integriert werden.

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