Horn-Bad Meinberg. Weihnachten, das ist die Zeit für Plätzchen, Geschenke und einen Holzsoldaten, der gegen Mäuse kämpft. Doch auch wenn Weihnachten längst vorbei ist und die Weihnachtsbäume bereits abgeschmückt am Straßenrand liegen, funktioniert das Ballett „Der Nussknacker“ nach wie vor – vor allem, wenn die Welt rund um die Bühne von weißem Schnee bedeckt ist. Das „Grand Classic Ballett“ hat am Samstag im Rahmen seiner traditionellen Winter-Tournee im Bad Meinberger Kurtheater Halt gemacht und rund 500 Besucher am Nachmittag mit dem Stück „Der Nussknacker“ verzaubert. Für den Abend war die Vorstellung von „Schwanensee“ vorgesehen. Am 18. Dezember 1892 fand die Uraufführung von Tschaikowskys Ballett „Der Nussknacker“ in St. Petersburg statt. Seitdem hat sich im Grunde nicht viel verändert, denn bei diesem Klassiker verschmelzen Realität und Vision zu einem magischen Wechselspiel aus sinnlichen Bewegungen, und das kommt niemals aus der Mode. Ist es Traum oder Wirklichkeit? Oder gar beides zugleich? Sicher ist, dass das Tanzmärchen, für dessen Libretto die Vorlage eine französische Adaption des Märchens „Nußknacker und Mausekönig“ von E. T. A. Hoffmann war, einen ganz außergewöhnlichen Zauber versprüht, der Jung und Alt gleichermaßen in seinen Bann zieht. Spielzeugsoldaten bekämpfen den Mäusekönig Sowohl „Der Nussknacker“ als auch „Schwanensee“ gelten als die beliebtesten Ballettstücke und werden daher vom „Grand Classic Ballett“ meist im Doppelpack aufgeführt. Vor einer weihnachtlichen Kulisse steht das Mädchen Marie im Mittelpunkt. Als Tochter einer wohlhabenden Familie ist sie an Weihnachten beeindruckt von den aufziehbaren Figuren, die ihr Patenonkel Drosselmeyer mitgebracht hatte. Als Weihnachtsgeschenk erhält sie einen Nussknacker. Mitten in der Nacht steht sie auf, um nach dem Nussknacker zu sehen und wird kurzerhand Zeugin einer Schlacht zwischen den vom Nussknacker angeführten Spielzeugsoldaten und dem Heer des Mäusekönigs. Als es für den Nussknacker schlecht aussieht, ergreift Marie einen Schuh und wirft ihn dem Mäusekönig an den Kopf. Die Mäuse fliehen und der Nussknacker verwandelt sich in einen jungen, hübschen Prinzen. Im Land der Süßigkeiten, in das der Nussknackerprinz Marie brachte, beginnt ein fantastisches Fest, bei dem verschiedenste Tänzer aus aller Herren Länder spektakuläre Auftritte haben. So kamen die Zuschauer in den Genuss von Tänzen aus aller Welt: spanisch, arabisch, chinesisch und den russischen Trepak. Neben den hervorragenden tänzerischen Darbietungen überzeugte das „Grand Classic Ballett“ auch mit den liebevoll gestalteten und harmonisch wirkenden Kostümen der Tänzer. Klassisch gehalten, aber nicht kitschig unterstrichen sie die lange Tradition des Stücks. Verantwortlich hierfür waren die Kostüm-Designer Natalia Gorbunova und Maria Velikanova und Kostümbildnerin Daria Bochkareva.