Bäume an den Externsteinen machen Platz für Uhus und Falken

Arbeiten sollen den Bestand sichern

Von Cordula Gröne

Im Steinbruch ruft

wieder ein Uhu - © Horn
Im Steinbruch ruft wieder ein Uhu (© Horn)

Horn-Bad Meinberg / Externsteine. Seit zwei Wochen laufen im Naturschutzgebiet Externsteine Baumfällarbeiten. Sie sollen der langfristigen Pflege des Bestandes und der Weiterentwicklung des Waldes dienen.

Die Arbeiten erfolgten laut Landesverband Lippe in Abstimmung mit der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises. Sie sollen in dieser Woche beendet werden. Zu Hintergründen befragte die LZ Gottfried Helmers (61). Er ist zuständiger Revierförster beim Landesverband Lippe.

Warum wurden die Fällarbeiten notwendig?

Gottfried Helmers: Im Bereich Bärenstein und im ehemaligen Steinbruch haben wir Fichten entnommen gemäß Landschaftsplan Horn-Bad Meinberg/Schlangen-Ost. Hier soll hauptsächlich standortgerechter Laubwald vorherrschen. Entlang des Weges fallen auch in dieser Woche noch einige Arbeiten an.

Hier, in der Nähe der Felsen, soll sich wieder Laubwald entwickeln. Förster Gottfried Helmers zeigt Hinterlassenschaften von Besuchern, die im Naturschutzgebiet nichts zu suchen haben. - © Foto: Gröne
Hier, in der Nähe der Felsen, soll sich wieder Laubwald entwickeln. Förster Gottfried Helmers zeigt Hinterlassenschaften von Besuchern, die im Naturschutzgebiet nichts zu suchen haben. (© Foto: Gröne)

Warum mussten Sie in dem alten Steinbruch eingreifen?

Helmers: Das ist hier ein Standort mit trockenen Heideflächen oben, unten kommen Weich- und Hartlaubhölzer vor. Die wollen wir im gesamten Gebiet fördern. Auch die Felswände sollen wieder freiliegen, damit Licht und Sonne herankommen. Dadurch können sich Pflanzenarten, die an Steilwänden naturgemäß vorkommen, ausbreiten. Ebenso werden sich dann wieder verschiedene Tierarten einfinden und vermehren.

Welche sind das?

Helmers: Das wären Uhus, Falken, Turmfalken. Echsenarten werden hier wieder Sonnenbäder nehmen. Ein Vogelkundler hat schon bestätigt, dass hier Rufe eines Uhus zu hören waren. Neben unterschiedlichen Farnen und Weichhölzern wie Hasel und Birke, die wir fördern wollen, haben wir im Naturschutzgebiet Externsteine ein wichtiges Vorkommen der Stechpalme, die weiter im Osten Europas nicht mehr verbreitet ist.

Gibt es die nicht eher im Mittelmeerraum?

Helmers: Die Stechpalme ist eine Strauch- bis Baumart, die relativ selten ist. Sie ist beschränkt auf das atlantische und subatlantische Klima. Sie braucht Kalk und sandigen Boden, und den haben wir hier. Darum wird die Pflanze gezielt gefördert. Der Boden wird sich hier mit Baum- und Straucharten begrünen, die vorher keine Chance hatten. In zwei Jahren wird nichts mehr an die Hiebmaßnahmen erinnern. Das wird ein wunderschöner Landschaftsteil sein.

Die Steinkreise gehören aber auch nicht hier hin, oder?

Helmers: Eine Handvoll Leute nutzt das hier für eigene Weltanschauungen und baut diese Steinkreise. Grundsätzlich ist es im Naturschutzgebiet geboten, die befestigten Wege nicht zu verlassen.

Welchen Hintergrund haben die Fällungen im Knickenhagen?

Helmers: Hier mussten kranke, faule oder vom Borkenkäfer befallene Bäume gefällt werden. Mittelfristig soll hier die alte Heidefläche wieder freigestellt werden. Die Fläche beweidet die Biostation mit Schafen, um diese von Faulbaum und Birke freizuhalten. Zusätzlich werden Nadelhölzer schrittweise entnommen – im wesentlichen die Fichte, weil sie sich dort massiv ausbreitet. Hier gibt es auch noch Restvorkommen von Wacholderbüschen, die gelegentlich auch gefördert werden müssen, weil sie sonst untergehen.

Was ist der Grund für die Fällung von Bäumen entlang der Externsteiner Straße?

Helmers: Wir haben dort die Fichten entnommen, damit sich dort wieder Laubholz entwickeln kann und im Zuge dieser Maßnahme auch für das Landesstraßenbauamt deren vom Eschentriebsterben befallenen Eschen entfernt.

Wie ist denn der Zustand des Waldes allgemein um die Externsteine?

Helmers: Der Zustand ist gut. Wir haben hier aufgrund des Standortes und der reichhaltigen Niederschläge wüchsige Bestände. Das liegt auch an der in den letzten 150 Jahren erfolgten fachlichen Bewirtschaftung.

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