Polizei verteilt Flugblätter auf der Suche nach mutmaßlichem Axtmörder

Janet König

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Einzelne Polizeiautos stehen derzeit auf den Raststätten auf der A2: Hier bei Porta Westfalica. - © Freitag TV
Einzelne Polizeiautos stehen derzeit auf den Raststätten auf der A2: Hier bei Porta Westfalica. (© Freitag TV)

Kalletal/Bad Salzuflen. Die Fahndungsaktion entlang der A2 hat sich gelohnt. Am Donnerstag hatte die Mordkommission "Weser" an Raststätten und Parkplätzen entlang der Autobahn zwischen Bielefeld und Hannover Flugblätter verteilt, um den flüchtigen Elchin A. zu finden. Wie die Polizei mitteilt, sind dabei neue Hinweise auf den mutmaßlichen Axtmörder erlangt worden, denen die Einsatzkräfte nun nachgehen.

Im Zuge der Maßnahme entlang des etwa 90 Kilometer langen Streckenabschnitts der A2, erhielten die Beamten vereinzelte Hinweise zu möglichen Sichtungen des 36-jährigen Elchin A.. Konkrete Hinweise auf den Aufenthaltsort liegen laut gemeinsamer Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei nicht vor.

Zeitgleich seien erneut sichtbare und verdeckte Fahndungsmaßnahmen im Bereich Kalletal durchgeführt worden. So wurde unter anderem nach einem Hinweis ein Waldstück, westlich der Ortschaft Silixen, durchsucht.

Die Polizei warnt weiter: "Sprechen Sie den Gesuchten bei Antreffen nicht an! Nehmen Sie in diesem Bereich bitte keine Anhalter mit und informieren Sie bitte die Polizei, wenn Sie Hinweise zu seinem möglichen Aufenthaltsort haben. Nutzen Sie die speziell eingerichtete Hinweisnummer 0521/545-4646 der MK "Weser" oder wenden Sie sich an jede andere Polizeidienststelle unter 110."

Nach den bisherigen Ermittlungen erscheint es laut Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft möglich, dass Elchin A. Kontakt zu osteuropäischen Fernkraftfahrern und anderen Reisenden sucht oder gesucht hat, um als Anhalter oder auf anderen Wegen seine Flucht weiter fortzusetzen.

"Wir erhöhen den Druck"

Da der Gesuchte selbst nicht Autofahren kann und damit nur eingeschränkt mobil ist, zieht die Mordkommission diese Theorie als eine von vielen zumindest in Betracht. "Wir machen uns gewissen Vorstellungen, aber er kann überall sein", sagt Oberstaatsanwalt Christopher Imig kurz nach Aktionsstart am Donnerstagnachmittag. Vom Tatort in Stemmen sei die Autobahn 2 etwa knapp 20 Kilometer entfernt und damit erreichbar. "Es geht zwar über recht hügeliges Gelände, aber innerhalb von ein paar Stunden könnte man auch zu Fuß dort sein", sagte Imig. Zwar habe A. kaum Ortskenntnisse, aber die Autobahn kenne er.

Da die Ermittler nicht davon ausgehen können, dass gerade Fernfahrer aus Osteuropa die hiesigen Medien mit dem Fahndungsaufruf verfolgen, seien die Flugblätter eine gute Möglichkeit, um für die Fahndung zu sensibilisieren. Die Fahndungsblätter beinhalten daher die bisher veröffentlichten Bilder des dringend Tatverdächtigen sowie Informationen zum Sachverhalt und Handlungsaufforderungen in den vier Sprachen Deutsch, Polnisch, Russisch und Tschechisch.

Mit diesem Flugblatt sucht die Polizei den mutmaßlichen Täter. - © Polizei Bielefeld
Mit diesem Flugblatt sucht die Polizei den mutmaßlichen Täter. (© Polizei Bielefeld)

„Wir machen uns gewisse Vorstellungen, aber er kann überall sein", sagt Oberstaatsanwalt Christopher Imig. Spekulationen, wonach A. am Donnerstagnachmittag auf einer Tankstelle in Vlotho von einer Überwachungskamera aufgenommen worden sei, konnte Imig noch nicht bestätigen. „Wir haben den Hinweis bekommen, müssen ihn aber noch final auswerten." 

"Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich der Tatverdächtige weiterhin im Raum Kalletal aufhält, werden sichtbare und unsichtbare Maßnahmen der Polizei zur Aufklärung des Falls durchgeführt", schreibt die Polizei. Hier liege laut Christopher Imig auch weiterhin der Fokus. "Wir versuchen, jetzt den Druck zu erhöhen, um ihn aus der Reserve zu locken", sagte Imig.

Fahndung bislang erfolglos

Der 36-jährige Elchin A. ist dringend tatverdächtig, am Samstag einen Mord in Kalletal begangen zu haben. Trotz groß angelegter Suchaktion in Stemmen ist der mutmaßliche Axtmörder noch nicht gefasst. Der Druck auf die rund um die Uhr arbeitenden Ermittler wächst mit jedem verstreichenden Tag, am Mittwoch hat die Ermittlungskommission neue Details veröffentlicht, um die Fahndung voranzutreiben. Demnach soll Elchin A. sich nach der Tat in einem Geschäft neu eingekleidet haben und inzwischen graue Shorts mit weißer Kordel der Marke "Jack & Jones" sowie ein blaues Shirt mit der Aufschrift "Core" tragen.

Der außergewöhnliche Fall hält dabei nicht nur die Region in Atem. Wegen des "herausragenden Sachverhalts" hatte sich zuletzt auch das Innenministerium in NRW mit dem Polizeipräsidium Bielefeld in Verbindung gesetzt, um nochmals in Sachen Ermittlungen sowie für die Wichtigkeit der Öffentlichkeitsarbeit zu sensibilisieren.

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