<p class="x_MsoNormal" data-olk-copy-source="MessageBody">Kalletal-Talle. Ein festes Programm oder klare, den verschiedenen Schauspielern zugewiesene Rollen? All das suchen die Zuschauer beim Improvisationstheater vergeblich, denn hier entstehen aus dem Nichts unzählige Uraufführungen, die es so niemals wieder zu sehen geben wird. Im Rahmen des ersten Taller Kultursommers hat das Improvisationstheater „Spek Spek“ aus Porta Westfalica am Samstagabend in Talle gastiert – allerdings aufgrund des unbeständigen Wetters nicht wie geplant im Amphitheater, sondern im benachbarten Gemeindehaus.</p> <p class="x_MsoNormal Zwischenzeile" data-olk-copy-source="MessageBody" data-semantic="p">Ohne Bühnenbild, aber mit viel Witz</p> <p class="x_MsoNormal">Mehr als 60 Besucher hatten trotz strömenden Regens den Weg nach Talle gefunden. Dass dem Gemeindehaus das besondere Flair des Amphitheaters mit Blick übers Land fehlte, machte das Schauspielertrio mit seinem Programm locker wett. Steff, Stöpsel und Holger kamen ganz ohne Bühnenbild, Requisiten oder Kostüme aus – aber einheitlich bedruckte T-Shirts, die hatten sie sich dann schon gegönnt.</p> <p class="x_MsoNormal">„Impro-Theaterspieler sind eigentlich sehr faule Leute“, kündigte Schauspielerin Steff sich und ihre beiden Kollegen charmant an. Und im ersten Eindruck hätte diese Annahme durchaus auch entstehen können, denn sie mussten sich weder vorbereiten noch Texte oder Abläufe einstudieren und schon gar nichts auf der Bühne aufbauen. Was sie als Impro-Theaterspieler allerdings im Gegensatz zu den üblichen Schauspielern brauchen, sind ein ganz besonderes Improvisationstalent, Wortgewandtheit, Witz und ein Gespür für Situationskomik.</p> <p class="x_MsoNormal Zwischenzeile" data-semantic="p">Mitarbeit des Publikums</p> <p class="x_MsoNormal">Und genau diese Voraussetzungen erfüllten die drei auch. Mindestens genauso wichtig war aber das Publikum, das immer wieder an verschiedenen Stellen Begriffe und Ideen einwerfen und beitragen sollte und für kuriose und abgefahrene Schauspielszenen sorgte. Improvisationstheater bedeute nämlich Geben und Nehmen, sagten die drei und stiegen mit einem Stopp-Spiel zum Warmwerden in den Abend ein. Das Publikum gab den Begriff „Zollstock“ vor und zwei der Schauspieler begannen mit dem Spiel einer Szene. Der jeweils dritte Schauspieler sagte nach kurzer Zeit „Stopp“ und übernahm eine der Rollen, allerdings mit einer ganz eigenen Geschichte. „So bekommt ihr heute rund zehn Welt-Uraufführungen zu sehen“, bewarb Schauspieler Stöpsel das Spiel.</p> <p class="x_MsoNormal">Für das Publikum konnte es gar nicht außergewöhnlich und abstrus genug sein, denn wann sieht man auf der Bühne schließlich schon mal, wie jemand so ungern Hausaufgaben machen möchte, dass er stirbt? Wahrscheinlich nie, in Talle aber, dank der Beiträge des Publikums, an diesem Abend in eindrucksvoller Weise. Besonders beliebt waren bei den Gästen Beziehungsprobleme aller Art oder die nie aus der Mode kommenden Vorurteile, nur etwas abgewandelt, denn hier konnte eine Frau nur dann besonders gut einparken, wenn sie vorher Alkohol getrunken hatte.</p>