Sauberes Wasser nützt allen

Marlen Grote

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Wasserkooperation: Dirk Sprute, Ernst-Joachim Gerke (Betriebsleiter der Wasserwerke Kalletal), Mario Hecker (Kalletaler Bürgermeister), Dieter Hagedorn, Torsten Sievert (Vorsitzender der Wasserkooperation) und Harald Vetter (Stadtwerke Lemgo, von links). - © Marlen Grote
Wasserkooperation: Dirk Sprute, Ernst-Joachim Gerke (Betriebsleiter der Wasserwerke Kalletal), Mario Hecker (Kalletaler Bürgermeister), Dieter Hagedorn, Torsten Sievert (Vorsitzender der Wasserkooperation) und Harald Vetter (Stadtwerke Lemgo, von links). (© Marlen Grote)

Kreis Lippe/Kalletal. Sauberes Trinkwasser - ein Ziel, das für alle sinnvoll ist. Daher ziehen in Lippe 300 Landwirte, die Flächen in Wasserschutzgebieten haben, mit den örtlichen Wasserversorgern an einem Strang. So wollen sie die Nitratbelastung in Lippes Böden und damit im Grundwasser immer weiter verringern.

"Wir nutzen die Wasserschutzgebiete, und die Landwirte nutzen sie auch", fasst Harald Vetter von den Stadtwerken Lemgo den gemeinsamen Nenner zusammen. Denn auch Landwirte seien Nutzer des Wassers und damit auf eine gute Qualität angewiesen. Seit 23 Jahren arbeiten Landwirte und Wasserversorger in Lippe schon in einer Kooperation zusammen.

Thema in Lippe seien weniger Pflanzenschutzmittel als Nitrat. Um den Gehalt im Wasser zu reduzieren, müsse er im Boden gesenkt werden - und das über Jahre. Denn in Lippe werde das Trinkwasser aus dem Grundwasser gewonnen; bis das Oberflächenwasser dort ankomme, könne es in manchen Gebieten bis zu 30 Jahre dauern, erklärt Dirk Sprute, Geschäftsführer der Kooperation.

Die Wasserversorger nehmen im Frühjahr und Herbst jeweils 130 Bodenproben von den Flächen in den Wasserschutzgebieten, um Nitrat aufzuspüren. Dabei wird bis 90 Zentimeter tief gebohrt. Anhand der Ergebnisse und der Anbaupläne werden die teilnehmenden Landwirte kostenlos beraten. Sie erhielten exakte Düngepläne, erklärt Dirk Sprute: "Wir geben eine konkrete Einkaufsempfehlung." Das schone das Wasser, helfe den Landwirten aber auch, Geld zu sparen, wenn sie auf den Punkt genau düngen. Landwirte, die nicht in der Kooperation sind, müssen für eine solche Beratung bei der Landwirtschaftskammer bezahlen.

Für landwirtschaftliche Flächen in Wasserschutzgebieten gelten grundsätzlich Auflagen. Die Kooperationspartner streben aber einen besonders niedrigen Nitratwert an. Wer das erreiche, bekomme Zuschüsse - ebenso, wer Maßnahmen aus einem Paket zum Wasserschutz umsetze, erklärt Sprute. "Das sind keine zusätzlichen Vorschriften, sondern Angebote", betont er.

Grundsätzlich stehe Lippe gut da, hier gebe es viele reine Ackerbaubetriebe, sagt Dieter Hagedorn vom Landwirtschaftlichen Hauptverein Lippe. So falle beispielsweise Gülle in der Region nicht in problematischer Menge an.

Organische Dünger wie Gülle, Mist und Reststoffe aus Biogasanlagen seien außerdem völlig zu Unrecht in der Kritik, so Hagedorn: "Das ist wertvoller Dünger und gut für das Bodenleben." Zum Problem würden diese Stoffe nur, wenn der Boden schon mit Nährstoffen übersättigt sei. Dagegen soll die genaue Berechnung im Rahmen der Beratung helfen.

Von rund 1250 Landwirten in Lippe bewirtschaften 500 Flächen in Wasserschutzgebieten, 300 von ihnen sind der Kooperation angeschlossen. Möglicherweise wird das in Zukunft für noch mehr Landwirte ein Thema, denn in den nächsten fünf Jahren werden die Wasserschutzgebiete neu festgesetzt. "Die werden vermutlich größer", sagt Sprute.

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