Anfälliges Gelenk: Was tun, wenn die Schulter Stress macht?

Erol Kamisli

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Prof. Cyrus Klostermann macht bei der medizinischen Fachangestellten derOrthopädie am Klinikum, Josephine Kreißler, einen Stabilitäts-Test des Schultergelenks. - © Bernhard Preuss
Prof. Cyrus Klostermann macht bei der medizinischen Fachangestellten derOrthopädie am Klinikum, Josephine Kreißler, einen Stabilitäts-Test des Schultergelenks. (© Bernhard Preuss)

Detmold. Die Schulter ist das beweglichste Gelenk im Körper. Wie sollten wir uns sonst am Rücken kratzen oder uns die Haare kämmen? Wie sollten wir Dinge werfen oder uns ein T-Shirt über den Kopf ziehen? Diese Vielseitigkeit hat jedoch ihren Preis. Sie macht die Schulter anfällig für Verletzungen und Abnutzungserscheinungen. Die schmerzhaften Folgen bedeuten oft eine ernste Einschränkung im Alltag.

Daher laden LZ, Ärztekammer Westfalen-Lippe, AOK und das Klinikum Lippe zu einer Diskussionsrunde unter dem Titel „Schulterbeschwerden – Ursachen und Folgen" ein. Im Residenz-Hotel Detmold werden Dr. Ute Pöschl-Müller, Orthopädin und Unfallchirurgin aus Lage, sowie Prof. Dr. Cyrus Klostermann, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie am Klinikum Lippe, Referate halten, um dann Fragen der Besucher zu beantworten.

„Die Schulter ist eine komplizierte Konstruktion aus Knochen, Muskeln, Sehnen und Bändern", sagt Prof. Klostermann. Die verschiedenen Strukturen sollen dem Gelenk zum einen Halt und Führung geben, zum anderen aber auch größtmögliche Beweglichkeit sichern. „Beide Ansprüche widersprechen sich eigentlich. Das macht das Schultergelenk, wenn wir es etwa mit dem Hüftgelenk vergleichen, viel instabiler und verletzlicher", sagt der Mediziner.

Wichtig sei hier vor allem eine Muskelgruppe, die „Rotatorenmanschette" genannt wird und eine Art Kappe um das Gelenk bilde. Die Muskeln und Sehnen dieser Manschette, aber auch die anderen Weichteile um das Gelenk herum seien hohen Belastungen ausgesetzt, weil sie die Hebelwirkung der Arme auffangen müssen.

„Die Behandlung von Schulterproblemen wird von Betroffenen oft lange hinausgezögert", weiß Klostermann. Offenbar gebe es die Hoffnung, dass sich die Beschwerden schon von allein bessern würden – sie kamen ja vermeintlich auch „von allein". Doch statt dauerhaft Schmerzmittel einzunehmen, sollten Betroffene spätestens dann den Rat eines Mediziners einholen, wenn sie länger als zwei Wochen dauerhaft unter Schmerzen leiden.

Auch regelmäßig wiederkehrende Schmerzen, zum Beispiel nachts oder bei bestimmten Bewegungen, sollten Anlass für einen Arztbesuch sein. „Ein Warnzeichen ist außerdem, wenn Sie bestimmte Bewegungen nicht mehr ausführen können oder der Schulterbereich sich kraftlos anfühlt", sagt Dr. Ute Pöschl-Müller. Viele Erkrankungen des Schultergelenks gehörten zunächst nicht in die Hand des Chirurgen.

Für alle Erkrankungen des Schultergelenks gebe es ganz vielfältige physiotherapeutische Methoden. „Meist wird Krankengymnastik durchgeführt, in Kombination mit schmerzlindernden oder entzündungshemmenden Medikamenten", erklärt Pöschl-Müller. Damit könne die Beweglichkeit der Schulter in vielen Fällen wieder hergestellt werden.

Information
Fragerunde mit Medizinern

Dem Thema Schulterbeschwerden widmet sich „Gesundheit im Dialog"am Dienstag, 26. September, im Residenz Hotel Detmold (Paulinenstr. 19). Von 19 bis 20.30 Uhr stehen die Experten, Prof. Dr. Cyrus Klostermann und Dr. Ute Pöschl-Müller, Rede und Antwort. Sie sprechen über Ursachen und Folgen von Erkrankungen des Schultegelenks sowie über aktuelle Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten. Anschließend kommen Sie zu Wort – die Referenten freuen sich auf Ihre Fragen. Einlass ist ab 18.30 Uhr. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Der Eintritt ist frei.

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