Was kosten eigentlich Verkehrsschilder?

Axel Bürger

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Frank Rehberg ist Leiter des zentralen Bauhofes in Lieme. Hier hält er ein Schild hoch, das regelmäßig auf den Kreisstraßen erneuert werden muss. - © Axel Bürger
Frank Rehberg ist Leiter des zentralen Bauhofes in Lieme. Hier hält er ein Schild hoch, das regelmäßig auf den Kreisstraßen erneuert werden muss. (© Axel Bürger)

Lemgo-Lieme. Absolutes Halteverbot für 35 Euro plus Versand. Hier geht es nicht um ein Ticket für falsches Parken, sondern um ein Schild. Wohl jeder von uns hat schon einmal die Vielfalt an Verkehrszeichen auf lippischen Straßen zu spüren bekommen. Was kosten diese Schilder, die durch Sonneneinstrahlung oder einen Unfall immer wieder ersetzt werden müssen?

In Lieme und Wilbasen unterhält der Kreis Lippe zentrale Bauhöfe. Offiziell heißt das „Eigenbetrieb Straßen". Betriebsleiter ist Rainer Huneke, der allerdings im Kreishaus sitzt. Straßenwärtermeister in Lieme ist Frank Rehberg, der regelmäßig Schilder erneuern lässt. Viele Ersatzschilder hat der Bauhof auf Lager, andere werden zeitnah bestellt. Huneke: „Wir haben rund 440 Kilometer Kreisstraßen. Dazu noch 125 Kilometer Radwegenetz." Auf diesen Strecken stehen übrigens rund 18.000 Leitpfosten, die bekanntlich am häufigsten von Autofahrern umgefahren werden.

Rehberg und seine Mitarbeiter haben bis auf gelbe Wegweiser alles vorrätig. Fehlt ein Schild, wird es online bestellt. Nicht immer müssen die Schilder ersetzt werden, weil es einen Unfall gab oder das Schild durch die Sonneneinstrahlung kaum zu lesen ist. Huneke: „Ortstafeln werden gern mal von Anwohnern mitgenommen und hängen dann irgendwo in Lippe im Partykeller."

Geschlossene Ortslage beispielsweise. Womit eines auch klar wird: „Schilder, die im Schatten stehen, halten länger", so Rehberg. „Einmal jährlich fahren wir auch nachts das komplette Straßennetz ab. 880 Kilometer sind das", erklärt der Straßenwärtermeister. Straßen NRW unterhält ebenfalls Straßen in Lippe, die Städte und Gemeinden gleichermaßen. Und alle kaufen immer wieder neue Schilder. Stellt sich die Frage, ob es so was wie die Nummer 1 bei der Anschaffung gibt? Rehberg: „Bei uns ist es das 70er-Schild. Gefolgt vom 50er-Schild, dann kommen Schilder wie Vorfahrt gewähren oder Vorfahrtsstraße."

Bei der Anschaffung der Verkehrszeichen ist der Kreis gehalten, das wirtschaftlichste Angebot zu suchen. Was nicht das günstigste sein muss. Huneke: „Preis, Qualität, Lieferbedingungen, Kontaktaufnahme und Service spielen eine Rolle." Alle Schilder sind heutzutage mit Folien bezogen und in der Regel aus Alu. Es gibt sie mit einem Rahmen, damit sie sich nicht so leicht mutwillig verbiegen lassen.

Die Streckenkontrolle, die auch zugewucherte Schilder freischneidet, meldet, wenn Schilder fehlen oder nicht mehr zu lesen sind, auch die Polizei gibt entsprechende Hinweise. Und: „Ab und an ruft mal ein Anwohner bei uns an, um zu melden, dass ein Schild fehlt."

Und die Preise? – Vor kurzem hat der Kreis einen neuen Lieferanten bekommen, sagt Frank Rehberg. Im Katalog schaut er nach, was das 70er-Schild kostet. „51 Euro plus Mehrwertsteuer." In den lippischen Städten und Gemeinden hält sich der Etatansatz für den Schilderwald übrigens in Grenzen. Beispiele: Detmold hat 2016 rund 15.500 Euro ausgegeben, weil der Parkraum neu ausgewiesen wurde, kommt ansonsten mit weniger Geld hin. Die kleine Gemeinde Extertal gab 2016 exakt 3.229 Euro für Schilder aus.

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