Lippische Parteien kritisieren Habecks Äußerungen zum Hermann

Janet König

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- © Vera gertsendorf-welle
Hermannsdenkmal (© Vera gertsendorf-welle)

Kreis Lippe. Die nicht besonderes netten Äußerungen von Grünen-Chef Robert Habeck über unseren schönen Hermann haben nicht nur das Netz in Aufruhr versetzt. Auch Teile der Lokalpoltik sind aufgebracht. Die Jusos in Lippe haben den Vorsitzenden von Bündnis90/die Grünen für seine Äußerungen scharf kritsiert. Robert Habeck hatte dem Kreis Lippe und dem Hermannsdenkmal im Rahmen seiner Sommertour 2018 einen Besuch abgestattet - und zeigte sich damals schon eher distanziert dem lippischen Wahrzeichen gegenüber. In einem Interview mit dem Stern  (Ausgabe vom 15.12.2018)  hat der Grünen-Chef das Hermannsdenkmal jetzt auch noch als „hässlichen Mann mit Minirock" bezeichnet. LZ-Redakteur Martin Hostert nahm das Thema in einer Glosse auf.

Jetzt melden sich auch Teile der lippischen Lokalpoltik zu Wort. Die Jusos kristisieren und verurteilen Habecks Äußerung aufs schärfste, heißt es in einer offiziellen Pressemitteilung. „Das Wahrzeichen von Lippe dient heute als Mahnmal für Frieden und Demokratie", wird Julian Hördemann, Vorsitzender der Jusos Lippe, zitiert. „Schade, dass Robert Habeck auf so oberflächliche Art und Weise über eines der bekanntesten Denkmäler Deutschlands spricht. Für den nächsten Besuch laden wir Robert Habeck gerne zu einer Führung um den Hermann ein, damit er einen Überblick über die Geschichte und die Entstehung des Denkmal bekommt." 

Er findet den Hermann zwar nicht sonderlich schön, dafür hat Grünen-Chef Robert Habeck ihn jeodoch in mehrfacher Ausführung im Büro stehen. Ob das die Lipper versönlich stimmt?   - © Die Grünen
Er findet den Hermann zwar nicht sonderlich schön, dafür hat Grünen-Chef Robert Habeck ihn jeodoch in mehrfacher Ausführung im Büro stehen. Ob das die Lipper versönlich stimmt?   (© Die Grünen)


Das Hermannsdenkmal sei eines der bekanntesten Denkmäler Deutschland, jährlich besuchten etwa 500.000 Menschen das bekannte Denkmal im Herzen Detmolds, heißt es weiter. Mit dem Wanderkompetenzzentrum konzentriere sich der Kreis Lippe auch im touristischen Bereich auf den bekannten Standort und auch der Landesverband Lippe arbeite gerade an einem neuen Besucherkonzept.

In den vergangenen Jahrhunderten sei das Hermannsdenkmal immer wieder politisch ausgebeutet worden, zuletzt von den Nationalsozialisten, die die Deutungshoheit über das Denkmal und dessen Geschichte für sich vereinnahmen wollten. Aus diesem Grund sehen die Jusos das Denkmal heute als Mahnmal für Demokratie und Freiheit. „Wir dürfen nicht zulassen, dass das Hermannsdenkmal auf diese Weise auch als politisches Zeichen abgewertet wird", sagt Hördemann.

Auch die AfD in Lippe hatte am Wochende mit einem FB-Post auf die Äußerungen Habecks reagiert und eine Stellungnahme der Grünen gefordert. "Das Hermannsdenkmal sei eine Symbolfigur für Heimat und Identität", heißt es im FB-Post. Darüber hinaus seien die Äußerungen Habecks nahezu "primitiv" und als Beleidigung der lippischen Heimat und Kultur zu verstehen.

Die Vorsitzenden der lippischen Grünen Dr. Inga Kretzschmar und Robin Wagener haben ebenfalls ein Statement zur Hermann-Debatte veröffentlicht: "Wir sind Lipper. Für uns ist der Hermann ein Zeichen unserer lippischen Heimat in ihrer Vielfalt und lippischer und deutscher Geschichte mit ihren Höhen und Tiefen. Seine Deutung wandelte sich im Laufe der Zeit. Darum wollen wir mit den Lipperinnen und Lippern in den Austausch kommen, was das Hermannsdenkmal heute für sie und uns in Lippe bedeutet." Einen direkten Bezug zu Habecks harscher Hermannskritik nehmen die lippischen Grünen nicht.

Dafür hat der Parteichef nun selbst zu seinen Äußerungen im Stern-Interview Stellung bezogen. In einer ausführlichen Antwort an die LZ erklärt Robert Habeck, wie es überhaupt zu der recht negativen Aussage gegenüber dem lippischen Wahrzeichen kommen konnte und was damit gemeint ist. Hier geht es zur ausführlichen Antwort von Robert Habeck im Wortlaut.

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