Gute Fahrradhelme müssen nicht teuer sein

Lorraine Brinkmann

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Passgenau: Thorsten Hahn hilft Volontärin Lorraine Brinkmann bei der Größeneinstellung des Helms. - © Bernhard Preuß
Passgenau: Thorsten Hahn hilft Volontärin Lorraine Brinkmann bei der Größeneinstellung des Helms. (© Bernhard Preuß)

Kreis Lippe. In erster Linie sollen Helme vor allem eins bieten: Sicherheit. Denn im Zweifel sind sie Lebensretter. Das geht allerdings nur, wenn der Kopfschutz auch perfekt passt und richtig getragen wird. Oberste Regel: wenn es irgendwo kneift, drückt oder zwickt, ist der gewählte Helm nicht der richtige. Auch die Optik spielt eine wichtige Rolle. Der Kauf eines Fahrradhelms ist nicht immer leicht.

Passform: „Oberste Priorität bei Helmen hat die Passform", sagt Thorsten Hahn, Inhaber des gleichnamigen Fachhandels. „Da sollte sich auch niemand rein reden lassen und nur das kaufen, was wirklich optimal sitzt." Um ein wahlloses Auszuprobieren zu vermeiden, biete sich ein Einstellteil zum Messen der Kopfform an. „Dann kann man zumindest schon nach einer Größe suchen", sagt der Experte. „Alle Helme lassen sich zwar ziemlich gut einstellen, es gibt aber durchaus auch komplizierte Kopfformen."

Auch der Kinnriemen, mit dem der Helm geschlossen werde, dürfe nicht als störend empfunden werden und müsse sich individuell einstellen lassen. Brillenträger müssten darauf achten, dass auch verschiedene Gestelle Platz haben und nicht drückten. Wer lange Haare habe, müsse vorher möglichst sein Haarband herausnehmen. „Die Hersteller bieten oft unterschiedliche Passformen an", erklärt Thorsten Hahn. „Da hilft meist einfach nur das Probieren." Er selbst habe immer um die 20 Helme im Laden vorrätig. Oftmals böten sich Probefahrten mit dem gewählten Modell an.

Material und Farbe: Wichtig sei außerdem die Farbe – und das nicht nur aus ästhetischen Gründen. „Viele bevorzugen nach wie vor einen schlichten Helm", sagt der Fachmann. „Auffällige Farben machen aber mehr Sinn, da sie für eine bessere Sichtbarkeit sorgen." Einige Hersteller statteten ihre Produkte außerdem mit einem integrierten Leuchtmittel oder eingewobenen Reflexionsstreifen, die bei schlichten Helmen für eine höhere Sicherheit sorgten. Das Innenfutter bestehe in der Regel aus geschweißtem Schaumstoff. Gute Helme haben Belüftungsöffnungen, die im vorderen Bereich mit Fliegengittern gesichert sind. „Eine Wespe, die sich unter dem Helm verfängt, kann zur großen Gefahr werden", sagt Thorsten Hahn. Die Belüftungsöffnungen sorgten außerdem dafür, dass sich im Sommer keine Wärme staue.

Siegel: Da lebensbedrohliche Verkehrsunfälle oder auch Stürze meist mit schweren Verletzungen im Hinterkopf einhergingen, seien die Helm-Hersteller darauf bedacht, den Kopfschutz im Bereich des Nackens entsprechend zu polstern. Ein wichtiges Kaufargument für Radfahrer sei außerdem, dass die Helme getestet seien. „Siegel der Stiftung Warentest sprechen immer für eine gute Qualität der Ausrüstung", erklärt Thorsten Hahn. Eine richtige Wirkweise sei allerdings nur gegeben, wenn der Helm wirklich waagerecht auf dem Kopf sitzt.

Helme im Test

Die Stiftung Warentest prüft regelmäßig aktuelle Helm-Modelle. Im Fokus steht laut der Umfrage vor allem die Schutzwirkung vor Verletzungen. Ein Helm schützt nur, wenn er bei einem Sturz auf dem Kopf bleibt. Deshalb ist auch die Prüfung von Riemen und Schloss unverzichtbar.

Außerdem auf dem Prüfstand: die Erkennbarkeit im Dunkeln, Handhabung und Komfort, Belüftung, Blendschutz und Reinigung sowie die Hitzebeständigkeit und etwaige Schadstoffbelastungen. Die Preisspanne der getesteten Helme bewegt sich zwischen 30 und 140 Euro. Auch günstige Modelle bieten oft eine ausreichende Schutzwirkung.

Information
Wie fährt sich eigentlich ein Lastenrad? Was muss ein guter Helm können? Und wo in Lippe kann man Fahrräder leihen? Diesen und weiteren Fragen gehen wir im Themenschwerpunkt "Besser aufs Rad" unter LZ.de/rad nach. Dort gibt es auch weitere Touren durch Lippe mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.

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