Landessynode trifft Entscheidung zur gleichgeschlechtlichen Trauung in Lippe

Martin Hostert

  • 0
Künftig sollen auch gleichgeschlechtliche Paare in lippischen Kirchen getraut werden können. - © Symbolfoto: Pixabay
Künftig sollen auch gleichgeschlechtliche Paare in lippischen Kirchen getraut werden können. (© Symbolfoto: Pixabay)

Kreis Lippe. Gleichgeschlechtliche Ehen sind in der Lippischen Landeskirche nun Ehen von Mann und Frau vollkommen gleichgestellt. Auch, wenn ein der Partner nicht evangelisch ist, wird im Traugottesdienst kein Unterschied mehr gemacht. Das Kirchenparlament hat mit der Neufassung der Lebensordnung eine lange Diskussion beendet.

Seit 2015 konnten sich homosexuelle Partner in einem Gottesdienst segnen, aber nicht trauen lassen. Nun folgte die Landeskirche als eine von zehn der 20 Landeskirchen in Deutschland dem seit 2017 geltendem Bundesrecht. Nur einer der 46 Synodalen stimmte gegen die neue Regelung, einer enthielt sich, einer stimmte mit Nein. Eine Diskussion gab es nicht mehr. Superintendent Dirk-Ulrich Hauptmeier (Klasse Nord) bedanke sich ausdrücklich: „Segensbitte und Segenszuspruch gehören zusammen."

Landessuperintendent Dietmar Arends hatte zuvor gesagt, die Landeskirche sei über Jahrzehnte einen langen Weg gegangen, den nicht alle hätten mitgehen können, und bei dem es Verletzungen gegeben habe. „Ich bin aber überzeugt: Wir können den einen Eheleuten nicht das verwehren, was für andere selbstverständlich ist: Den kirchlichen Segen." Pfarrer oder Pfarrerinen, die Bedenken gegen einen Traugottesdienst für Homosexuelle haben, können nicht verpflichtet werden, ihn zu halten. „Es gibt aber auch kein Recht einer Gemeinden, dies grundsätzlich abzulehnen." Er würdigte die jahrelange Arbeit des theologischen Ausschusses unter Leitung von Steffi Langenau (Bad Salzuflen), der die neue Lebensordnung (regelt die Gestaltung des kirchlichen Lebens) erarbeitet hatte.

In dieser Lebensordnung geht es nicht nur um Trauung, Taufe, oder Konfirmation – auch der Passus „Die im Gottesdienst Beteiligten sollen dem Anlass angemessene Kleidung tragen" ist zu lesen. Ein Satz, den Aylin Sayln vom Jugendkonvent gern streichen lassen wollte. Er sei zwar sehr unbestimmt und relativ, komme jedoch vor allem bei Jugendlichen nicht so gut an. Pfarrerin Juliane Arndt (Hiddesen) sprang ihr zur Seite, sie wisse von Gemeinden, in denen Jackets verpflichtend seien. Pfarrer Hendrik Meier (Leopoldshöhe) relativierte: „Da geht es nur um die Botschaft: Macht euch Gedanken, was ihr anzieht, nicht um maximale Hosenlängen." Neben Arndt unterstützte Pastorin Brigitte Fenner (Heiden) Sayins Antrag, der knapp abgelehnt wurde – so knapp, wie im Gottesdienst keine Hose sitzen darf, mit 26 Nein- zu 26 Ja-Stimmen.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2019
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!