Angela Merkel kommt zur Eröffnung der "Mythos"-Ausstellung nach Detmold. - © Vera Gerstendorf-Welle

Zeitreise
Hoher Besuch und tierische Freuden - das waren die 00er Jahre in Lippe

Angela Merkel kommt zur Eröffnung der "Mythos"-Ausstellung nach Detmold. (© Vera Gerstendorf-Welle)

Kreis Lippe. Das neue Jahrtausend beginnt mit traurigen Nachrichten. Die Spendenaffäre um Altkanzler Helmut Kohl dominiert die Schlagzeilen Anfang 2000. Die Terroranschläge vom 11. September in den USA mit insgesamt 3000 Toten erschüttern Menschen weltweit. Fernsehsender übertragen Bilder der einstürzenden Zwillingstürme in New York. Der Anschlag auf das World Trade Center bleibt bis heute unvergessen. Kriege sind die Folge.

Das neue Jahrtausend hat auch Hoffnung im Gepäck. Anfang 2002 folgt die Währungsumstellung auf den Euro. Voller Neugierde stehen die Menschen in Deutschland Schlange für die „Starterkits". Auch wenn längst nicht jeder damit zufrieden ist. Im Volksmund wird aus dem Euro schnell der „Teuro". Noch heute rechnen viele Bürger beim Einkaufen den Preis in D-Mark nach. Die Weltmeisterschaften 2002 und 2006 locken auch in Lippe scharenweise Menschen zum Public Viewing auf die Straßen. Bei Großevents geben sich Prominente die Klinke in die Hand.

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Durch die Jahrzehnte

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Cherusker grüßen die Kanzlerin

„Ich kann nur jeden einladen, sich hier mit deutscher Geschichte zu befassen." Angela Merkel zeigt sich am 15. Mai 2009 sichtlich beeindruckt von der Hermannsschlacht-Ausstellung „Mythos", die das Lippische Landesmuseum auf die Beine gestellt hat. Zur Eröffnung kam die Kanzlerin sogar nach Detmold. Vor dem prominenten Besuch wurde die Stadt auf Vordermann gebracht und der Schlossgraben abgefischt, damit alles tipptopp aussieht.

Merkel nahm sich nach dem Festakt im Theater noch Zeit, den Bürgern auf der Ameide zu begegnen. Auf unserem Archivbild ist sie zusammen mit (von links) Landrat Friedel Heuwinkel, NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers und dem damaligen Landesverband-Verbandsvorsteher Andreas Kasper zu sehen. Bei ihrem Rundgang traf sie auf eine Reihe wahrhaftiger Cherusker...

Laut und bunt und gegen Rechts

Die Sportfreunde Stiller engagieren sich in Berlebeck gegen rechte Organisationen. - © Martin Hostert
Die Sportfreunde Stiller engagieren sich in Berlebeck gegen rechte Organisationen. (© Martin Hostert)

„Berlebeck gegen Rechts" heißt es am 29. März 2008 in voller Lautstärke. Das Bündnis hatte sich zum Aktionstag besondere Gäste eingeladen: Die Deutschrockband „Sportfreunde Stiller" kicken erst gegen die Fußballer aus Berlebeck und singen am Abend: „Wir schaun uns an, reichen uns die Hand – tun uns zusamm’, egal wo und wann. Und im Kopf gesund gegen Gedächtnisschwund rollt er los, der Antinazibund".

Viele Jugendliche kommen nach Berlebeck, um die Sportfreunde Stiller zu sehen. - © Martin Hostert
Viele Jugendliche kommen nach Berlebeck, um die Sportfreunde Stiller zu sehen. (© Martin Hostert)

Zum Konzert und zu den Vorträgen des Aktionsbündnisses, das über rechtsextreme Aktivitäten im Ort aufklärt, kommen Hunderte Detmolder und Musikfans von außerhalb.

Tierische Profis

Tierisch: „In Augustdorf ist der Affe los", heißt es im Jahr 2000. Wie Herr Nilsson aus „Pippi Langstrumpf" soll das Tier aussehen, das sich über Tage hinter dem Feuerwehrhaus versteckt. Woher der Affe kommt, wohin er will, bleibt ungeklärt. Ein anderer Tierstar wird 2003 in der Berlebecker Adlerwarte gefeiert.

Party auf der Adlerwarte! - © Huebner/LZ, 8. September 2003
Party auf der Adlerwarte! (© Huebner/LZ, 8. September 2003)

„Gauki" gilt damals mit seinen mehr als 50 Jahren laut Chef-Falkner Klaus Hansen als der älteste Adler der Welt. Fliegen kann „Gauki" in seinem stolzen Alter nicht mehr. Der Vogel war 1955 von Adolf Deppe, dem Gründer der Adlerwarte, aus Tansania geholt worden. Und noch einige Jahre kommen dazu. Erst 15 Jahre später, im Mai 2018, stirbt „Gauki".

„Oliver Neuville – und das ist hochverdient..."

Während sich TV-Kommentator Steffen Simon nach dem Treffer in der Nachspielzeit gegen Polen fast überschlug, lagen sich die Fans bei den lippischen Public Viewings zur Fußball WM 2006 in den Armen. In Lemgo drehte sich der Autokorso um den Kreisel bei der Post und in Detmold feierten die Fans im Rosental und der Langen Straße.

Die Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land wird 2006 zum Sommermärchen. - © LZ-Archiv
Die Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land wird 2006 zum Sommermärchen. (© LZ-Archiv)

Der Weg ins Achtelfinale war bereitet. Lukas Podolski schickte mit einem Doppelpack die Schweden nach Hause und „Zettel-Lehmann" parierte die Nationalmannschaft gegen Argentinien ins Halbfinale. Dann kam Italien – und alles war vorbei. Wieder einmal. Für Deutschland blieb der dritte Platz – und die Erinnerung an einen schönen Sommer.

Weihnachtssongs und Après-Ski

Die Musik der 2000er ist... speziell. Zumindest die Spanne unterschiedlicher Genres, die sich in den Top 10-Hits der Dekade wiederfindet, klafft deutlich auseinander. Da geht es von wüstem Après-Ski über Songs, die zu Hymnen werden sollen bis hin zu Weihnachtshits, die sich so einprägen, dass sie auch heute noch auf den Feiern im Dezember laufen.

Die Top 10 der Dekade

1 "Ein Stern (...der deinen Namen trägt)" - DJ Ötzi & Nik P.

2 "Lebt denn der alte Holzmichl noch...?" - De Randfichten

3 "Dieser Weg" - Xavier Naidoo

4 "Infinity 2008" - Guru Josh Project

5 "Wonderful Dream (Holidays Are Coming)" - Melanie Thornton

6 "Last Christmas" - Wham!

7 "Haus am See" - Peter Fox

8 "This Is The Life" - Amy MacDonald

9 "Fairytale Gone Bad" - Sunrise Avenue

10 "Poker Face" - Lady Gaga*

Diese und weitere Hits der 00er sowie die Lieblingssongs der LZ-Redaktion gibt es zum Nachhören bei Spotify:

https://spoti.fi/2yo7eFS

*Auswertung laut chartsurfer.de nach Chartplatzierung und Dauer.

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von Benjamin Möller und Yvonne Glandien

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