Gesprächskreis für Hochsensible

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Hochsensible Menschen haben eine detailreichere Wahrnehmung, große Vorstellungskraft und viel Fantasie. - © Bernhard Preuß
Hochsensible Menschen haben eine detailreichere Wahrnehmung, große Vorstellungskraft und viel Fantasie. (© Bernhard Preuß)

Kreis Lippe. Für hochsensible Menschen ist die Umwelt mitunter eine Herausforderung: Geräusche und Gerüche zerren an den Nerven, alles ist zu viel. Jetzt wollen Betroffene einen Gesprächskreis gründen.

Kratzt permanent das Wäscheetikett, ist ein Bad in der Menschenmenge, ob im Kaufhaus oder der Innenstadt eine Zerreißprobe, fließen immer wieder Tränen auch bei kleinen Anlässen? – Das könnten Indizien für die Hypersensibilität sein.

„Jetzt stell dich mal nicht so an" – das ist ein Satz, den Menschen mit dieser Störung gut kennen. „Hochsensible Menschen haben eine detailreichere Wahrnehmung, und es wird uns oft eine große Vorstellungskraft und viel Fantasie nachgesagt", schreiben die Initiatoren in ihrem Aufruf zur Gruppengründung. Regelrechtes Kopfkino und eine lebhafte Vorstellungskraft seien nur ein Teil davon. „Wir reagieren nicht nur auf Stimmungen, zwischenmenschliche Beziehungen und äußere Reize sensibler, sondern zeigen auch öfters eine erhöhte Reaktion auf Koffein, Alkohol, Hitze oder Kälte und anderes."

Selbstkritisch und verständnisvoll

Die meisten Hochsensitiven Persönlichkeiten (HSP) seien darüber hinaus sehr selbstkritisch, begegneten aber ihrer Umwelt emphatisch und verständnisvoll. Wem viele dieser Punkte bekannt vorkämen, finde in dem neuen Gesprächskreis Gleichgesinnte. „Wir wollen uns einmal im Monat treffen, um uns auszutauschen, zu unterstützen oder einfach gemeinsam Zeit miteinander zu verbringen, da es eine echte Wohltat für HSPs ist, unter sich zu sein." Die sei keine geleitete Gruppe, es gehe um Begegnung „auf Augenhöhe" in eigener Verantwortung.

Das erste Treffen findet am Montag, 28. September, um 19 Uhr unter dem Dach des Paritätischen in der Bismarckstraße 8 statt. Weitere Termine sind am 26. Oktober und am 30. November geplant. Um vorherige Anmeldung bei der Selbsthilfe-Kontaktstelle wird gebeten unter Tel. (05231) 56126-0. Ansprechpartnerin ist Jasmin Sasse.

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