Vollgelaufene Keller, Sandsäcke im Einsatz: Unwetter fordert die Feuerwehren in Lügde und Selbeck

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"Wie ein Fluss, kamen die Wassermassen den ersten Einsatzkräften auf den Straßen Mittlere Trift, Untere Trift sowie Im Rüschern entgegen", heißt es von der Freiwilligen Feuerwehr Barntrup.  - © Jörg Mengedoht/Freiwillige Feuerwehr Barntrup
"Wie ein Fluss, kamen die Wassermassen den ersten Einsatzkräften auf den Straßen Mittlere Trift, Untere Trift sowie Im Rüschern entgegen", heißt es von der Freiwilligen Feuerwehr Barntrup.  (© Jörg Mengedoht/Freiwillige Feuerwehr Barntrup)

Kreis Lippe. Sonne am Samstag, viel Regen danach. Am Wochenende sind einige Unwetter über Lippe gezogen, der Sonntagabend hat im Süden der Region auch einige Schäden verursacht.

Die Unwetterzentrale und der Deutsche Wetterdienst hatten bereits für den späten Samstagabend im Westen Deutschlands teils kräftige Schauer und Gewitter vorausgesagt. Und auch der Kreis warnte seine Bürger, da in Lippe mit Starkregen von bis zu 30 Litern pro Quadratmeter in kürzester Zeit zu rechnen sei. Sturmböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 80 Stundenkilometer seien ebenfalls nicht ausgeschlossen.

Der befürchtete Starkregen fiel spät in der Nacht und zunächst auch weniger massiv aus als befürchtet. Am Sonntagmorgen vermeldete die Leitstelle der Feuerwehr "wenig bis gar keine" Unwettereinsätze. Lediglich in Kalletal musste ein umgestürzter Baum von der Straße geräumt werden.

Keller laufen voll

Am späten Sonntagabend löste Katwarn erneut mit einer Unwetterwarnung für Lippe aus. Besonders im Süden gab es reichlich Starkregen. Bedingt dadurch wurde die Feuerwehr Lügde gefordert.

Um 22.21 Uhr wurde die Einheit Lügde zu einem Wasserschaden in die Straße "An der Gärtnerei" alarmiert. Aufgrund von Starkregen ist der Schledenbach über das Ufer getreten und drohte in eine Fußgängerunterführung zu fließen. In kürzester Zeit kamen weitere Einsatzstellen im Stadtgebiet durch den anhaltenden Starkregen hinzu, teilt die Feuerwehr mit.

An der Höxter Straße sowie im Ortsteil Falkenhagen liefen einige Keller voll, die Einsatzkräfte der Feuerwehr pumpten die Keller mit Tauchpumpen leer. Nach gut eineinhalb Stunden waren die Einsatzstellen im Stadtgebiet abgearbeitet und die Einsatzkräfte konnten in die Standorte einrücken. Im Einsatz waren die Einheit Lügde sowie die Einheit Falkenhagen.

Land unter in Barntrup

Ebenfalls ausrücken musste die Barntruper Feuerwehr. Schon auf der Anfahrt meldete die Leitstelle, dass es sich um mehrere Einsatzstellen in Selbeck handeln sollte. "Wie ein Fluss, kamen die Wassermassen den ersten Einsatzkräften auf den Straßen Mittlere Trift, Untere Trift sowie Im Rüschern entgegen", heißt es im Bericht. Wassergräben konnten das viele Wasser nicht aufnehmen.

Zuerst wurde von den Einsatzkräften erkundet, welche Häuser wie stark betroffen waren. Eiligst wurden gefüllte Sandsäcke zur Einsatzstelle geordert. Zusätzlich wurde Stadtalarm für die gesamte Feuerwehr Barntrup ausgelöst, wodurch in jedem Ort die Sirenen heulten, um genügend Personal aus allen drei Einheiten an die Einsatzstelle zu bekommen. Desweiteren wurde der Bauhof der Stadt Barntrup zur Einsatzstelle gerufen.

Das Feuerwehrausbildungszentrum des Kreises Lippe und die Feuerwehr Lemgo machten sich mit Sandsäcken auf den Weg nach Selbeck. Mit den Sandsäcken wurden Hauseinläufe gesichert um ein Nachlaufen des Wassers in die Gebäude zu verhindern. Nachdem der Druck des Wassers etwas nachgelassen hatte, konnten die Kanalschächte und Gullideckel in den Straßen geöffnet und das Wasser mithilfe von Sandsäcken abgeleitet werden.

"In den meisten Häusern lief das Wasser schnell von selbst wieder ab oder wurde von den Bewohnern und Helfern selbst abgepumpt oder rausgewischt", schreibt die Wehr. Nachdem das Wasser weg war, wurde von den Einsatzkräften der Schlamm und Dreck mittels Strahlrohren, Besen und Schaufeln von den Straßen beseitigt. Nach rund vier Stunden beendeten die letzten Einsatzkräfte, teilweise völlig durchnässt den Einsatz. In den Standorten musste die Einsatzbereitschaft wieder aufwendig hergestellt werden.

Die Freiwillige Feuerwehr bedankt sich bei allen Einsatzkräften, dem Bauhof, den Anwohnern und den Nachbarn, die alle geholfen haben.

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