Kreis Lippe. Um es vorweg zu sagen: An der Geschichte ist höchstwahrscheinlich höchstens ein kleines Körnchen Wahrheit. Ansonsten gehört sie wohl in dieselbe Kategorie wie die berühmte Spinne in der Yucca-Palme, ist also nach LZ-Recherchen eine moderne Sage, eine „urbane Legende". Eine Leserin meldet sich in der LZ-Redaktion und erzählt von der Mitarbeiterin eines Testzentrums. Diese habe nach Schichtende noch fix im Supermarkt einkaufen wollen und dort zwischen den Regalen jemanden gesehen, dessen Corona-Test soeben noch positiv ausgefallen war. Sie habe sich daraufhin an die Supermarktleitung gewandt und das angezeigt. Gesundheitsbehörde ist der Fall unbekannt Darauf habe der Marktleiter über Lautsprecher sinngemäß „die Person mit dem positiven Corona-Test" gebeten, zur Infotheke zu kommen. Dort hätten sich schließlich elf Menschen eingefunden, die sich angesprochen gefühlt hätten. Kann das stimmen? – Die LZ hakte beim betreffenden Supermarktleiter nach, der die Geschichte weit von sich weist. „So etwas würde ich niemals über die Lautsprecheranlage laufen lassen, und so etwas ist auch nicht vorgekommen." Eine Nachfrage beim Kreis ergibt: Tatsächlich hat die Gesundheitsbehörde niemals von einem solchen Vorfall gehört. Allerdings sagt Kreisspressesprecher Steffen Adams, dass er die Erzählung mit variierenden Orten und Märkten – so war auch schon ein Drogeriemarkt in Steinheim der Ort des Geschehens – immer mal wieder hört.„Das einzige, was tatsächlich vorkommt, sind Meldungen über angebliche Quarantänebrecher. Das geben wir dann an die jeweiligen Ordnungsämter weiter", sagt Adams.