Kreis Lippe
Immer der Rose nach - mit der LZ auf dem Lipperlandweg
| von Silke Buhrmester

58 Kilometer Abwechslung und traumhafte Landschaften wie hier am Rastplatz hinter Falkenhagen, mit Blick auf den Köterberg. - © Silke Buhrmester
58 Kilometer Abwechslung und traumhafte Landschaften wie hier am Rastplatz hinter Falkenhagen, mit Blick auf den Köterberg. (© Silke Buhrmester)

Kreis Lippe. Der letzte Anstieg hat es noch mal in sich: Den markanten Turm des Köterbergs im Blick, werden die Waden nach 15 Kilometern ganz schön knapp. Die 58 Kilometer sind fast geschafft. In drei Etappen sind wir den neuen Lipperlandweg, der mit einer knallroten lippischen Rose markiert ist, gewandert.

Die erste Route, die wir uns vorgenommen haben, ist auch gleich die längste: von Lemgo bis Blomberg sind es rund 27 Kilometern. Aber weil sie überwiegend flache Stücke enthält, ist sie trotz der Länge in knapp sieben Stunden inklusive Pause gut zu bewältigen. Dann wird es bergig: Von Blomberg nach Elbrinxen erfordert die zweite Etappe mit rund 17 Kilometern einige Kondition, denn es gilt, das Waldgebiet Mörth zu überqueren. Wer das ohne Probleme geschafft hat, ist für die dritte Etappe von Elbrinxen bis zum Gipfel des Köterbergs gut vorbereitet. Auch hier geht es des Öfteren bergauf.

Fotostrecke: Auf dem Lipperlandweg

Lemgo-Blomberg

Okay, wir haben etwas abgekürzt. Dafür verlaufen wir uns aber später auch ein paar Mal. Treffpunkt ist am Schloss Brake, ein Auto haben wir an unserem heutigen Ziel, dem Blomberger Pideritplatz geparkt. Von Brake geht es zur Walkenmühle, wo wir am liebsten schon zum ersten Mal einkehren würden. Es ist ganz schön kalt, und drinnen sieht es verlockend gemütlich aus. Aber wir sind erst zwei Kilometer gegangen. Also weiter, entlang der idyllischen Begaauen Richtung Wendlinghausen. Der Anblick des eingezäunten „NaTourEnergie-Zentrums", an dem ein schmaler Pfad entlang führt, irritiert ein wenig.

Erst als wir das Info-Schild entdecken, verstehen wir, warum die Strecke ausgerechnet an diesem Areal vorbei führt. Mitten durch den Friedwald führt der Lipperlandweg und ist hier nicht besonders gut ausgeschildert. Später entdecken wir im Wald den Familienfriedhof der von Redens. Eine Rast nach zehn Kilometern direkt am Wendlinghauser Schloss ist nicht möglich – hier gibt es keine Picknick-Bänke. Also kehren wir um und nutzen, ein paar hundert Meter entfernt, den Rastplatz. Gestärkt geht es weiter auf den Blomenstein, wo man eine tolle Aussicht gen Barntrup hat. Einen Abzweig verpassen wir noch und müssen zur Strafe ein ganzes Stück an der viel befahrenen Straße entlang laufen, bevor wir nahe Selbeck in das letzte Waldstück eintauchen, von wo es noch etwa fünf Kilometer bis Blomberg sind.

Blomberg-Elbrinxen

Wir starten hinter der Schießhalle am Ostring, wo man unbegrenzt parken kann. Erst geht es durch die Wohngebiete, dann steuern wir durch den Wald Siekholz an. Von dort führt der Waldweg Richtung Schieder schnurstracks auf das Schloss zu, den Schiedersee lassen wir links liegen. Die Strecke führt durch den Ort und dann rauf aufs Mörth. Das anstrengendeste Stück: Von Alt Schieder zum Kahlenbergturm. Dass es so steile Anstiege in Lippe überhaupt gibt! Puh. Wir sind erst zehn Kilometer gelaufen, müssen aber erstmal ausruhen. Und auch die letzten fünf Kilometer haben es zum Teil in sich, denn wir überqueren das Naturschutzgebiet Mörth. Gut, dass es am Kammmolchteich und der Schutzhütte Waidmannsheil auf 433 Metern Höhe noch einige Rastmöglichkeiten gibt. Denn der Abstieg über die „Abkürzung Elbrinxen" hinunter ins Storchendorf ist unwegsam und schlecht beschildert – wir verlaufen uns und brauchen nochmal ein halbes Stündchen länger bis zum Ziel.

Der Kahlenbergturm - eine von vielen Sehenswürdigkeiten. - © Silke Buhrmester(LZ)
Der Kahlenbergturm - eine von vielen Sehenswürdigkeiten. (© Silke Buhrmester(LZ))

Elbrinxen-Köterberg

Kaiserwetter für die letzte Etappe rauf zu „unserem" knapp 500 Meter hohen Gipfel. Kurz hinter Elbrinxen tauchen wir ins Waldgebiet ein. Der lange Anstieg bietet erst den Vorgeschmack auf das, was uns erwartet. Oben angekommen, erwartet uns Allgäu-Flair mit einem unbeschreiblichen Ausblick. Wer genießen will, kann die Relax-Bank nutzen. Nach einigen Kilometern erreichen wir das nächste Highlight, das Kloster Falkenhagen. Natürlich nehmen wir uns die Zeit, die Kirche zu besichtigen und finden am Rande des Klostergartens auch gleich einen sonnigen Platz fürs Picknick, bevor wir weiter gen Köterberg laufen. Es kommen noch einige idyllische Raststellen, mitten im Wald, aber auch am Rande einer Wiese, mit freiem Blick auf den Köterberg.

Es ist der letzte warme Märzsonntag und die vergangenen Stunden hat uns dieser Lärm begleitet, den man in dieser Idylle nicht vermuten würde. Spätestens oben auf dem Gipfel wird klar, wer ihn verursacht hat: Wanderer sind heute deutlich in der Unterzahl. Auf der Kuppe des Köterberges, wo der Lipperlandweg endet, wimmelt es von Motorradfahrern. Stört uns nicht. Wir sind froh, die Strecke bewältigt zu haben und können am neu aufgestellten Landschaftskino noch einmal rasten, den Blick genießen und die Strecke Revue passieren lassen.

LZ-Wanderung auf dem Lipperlandweg

Zur Einweihung des Lipperlandweges laden LZ, LTM und Teutoburger Wald Verein für Samstag, 14. Mai, zu einer Wanderung mit Landrat Dr. Axel Lehmann ein. 70 LZ-Leserinnen und -Leser können teilnehmen.

Start ist um 10 Uhr am Schloss Brake, Schloßstraße 18. Die Strecke ist zehn Kilometer lang und familienfreundlich. Ziel ist gegen 14 Uhr das Innovationszentrum Dörentrup. Dort wartet eine Erbsensuppe oder eine vegetarische Minestrone, gekocht vom Landhaus Begatal (Auswahl bei der Anmeldung).

Während der Wanderung gibt es zwei Kurzvorträge über erneuerbare Energien – Photovoltaik, Biogas und Windenergie sowie über das Innovationszentrum.
Eine Pause mit Getränkeverkauf gibt es am Sportplatz Voßheide.

Der Kostenbeitrag beträgt 10 Euro, zahlbar bei Anmeldung. Das Anmeldeformular findet sich unter LZ.de/wandern

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