Blomberg. Melanie Ott ist 42 Jahre alt, Polizeihauptkommissarin - und die neue Leiterin der Polizeiwache in der Nelkenstadt. Behördenleiter Dr. Axel Lehmann und Polizeidirektor Christian Peters (Leiter der Direktion Gefahrenabwehr/Einsatz) haben sie am Freitag offiziell vorgestellt. Doch wer ist die Chefin der Wache und was macht sie eigentlich? Seit 1. September ist Melanie Ott im Amt, ihre erste Bewährungsprobe hat sie mit Wilbasen bereits hinter sich. Denn Großereignisse wie die Stoppelkirmes, der Osterräderlauf, Veranstaltungen am Schiedersee und, und, und werden von der Polizei begleitet - und diesen Wilbasen-Einsatz hat die 42-Jährige gleich zum ersten Mal geleitet. „Ich habe mich richtig auf die neuen Aufgaben gefreut“, sagt sie und lächelt. Guter Draht zu den Bürgern Die Polizeihauptkommissarin ist nun „das Gesicht der Polizei“ für Blomberg, Horn-Bad Meinberg, Schieder-Schwalenberg und Lügde, wie Axel Lehmann sagt, denn für diese vier Kommunen und damit rund 400 Quadratkilometer sowie knapp 50.000 Einwohner ist sie zuständig. Sie ist Chefin von 19 Beamten im Wach- und Wechseldienst (eine Stelle muss noch neu besetzt werden) sowie fünf Bezirksbeamten. Als die Anfrage kam, ob sie die Wachleitung übernehmen wolle, habe sie auch gar nicht lange überlegen müssen. Mehr Verantwortung, mehr Mitarbeiter, viel Netzwerkarbeit, erklärt Melanie Ott die Aufgaben und lobt ihren Vorgänger Maik Reese für dessen tolle Arbeit. Der ist im Übrigen - auch der Karriereleiter folgend - in die Leitstelle gewechselt, wie Christian Peters erklärt. Als Wachleiterin sei die enge Zusammenarbeit mit Ordnungsämtern, der Feuerwehr und Co. sehr wichtig, „gerade in ländlichen Gebieten“, bestätigt Christian Peters. Viele Akteure habe sie bereits auf Wilbasen kennengelernt, die anderen werden noch folgen. Sie wolle „einen guten Draht zu den Bürgern haben“, betont Melanie Ott, möchte nicht nur im Büro sitzen. Und noch etwas liegt ihr am Herzen: „Hauptakteure sind die Beamten. Und für sie möchte ich immer da sein.“ Erste Wachleiterin Lippes Ihre Ziele sind klar: „Die gute Arbeit und das Arbeitsklima erhalten“, lautet ein weiteres. Zuvor war sie mehrere Jahre stellvertretende Extremismusbeauftragte, hat innerhalb der Kreispolizeibehörde aufgeklärt, ist Themen wie Resilienz angegangen, hat selbst Fortbildungen gemacht, aber auch organisiert. Ob ihr das in der heutigen Zeit, bei dieser gesellschaftlichen Situation, zu Gute komme? „Ich glaube, da zählt eher, wie ich als Mensch bin“, sagt sie bescheiden. Und Christian Peters ergänzt lächelnd, dass ihre Kenntnisse im Bereich Extremismus bei ihrer Arbeit als Wachleiterin bestimmt nicht schaden. In Bielefeld hat Melanie Ott studiert und nach der Polizeiausbildung ging es sofort nach Lippe, ist sie doch selbst „von hier wech“. Von Bad Salzuflen führte ihr Weg - mit kurzem Intermezzo in Detmold - nach Blomberg. Hier war sie erstmals Dienstgruppenleiterin, wechselte dann in die Leitstelle und zurück in die Salzestadt - und nun der nächste Karriereschritt: Wachleiterin in Blomberg. Apropos: Melanie Ott ist laut Lehmann lippeweit die erste Frau in dieser Position. Das sei selbstverständlich nicht entscheidend gewesen, sondern ihre Qualifikation, und von der sind sowohl er als Behördenleiter als auch Polizeidirektor Christian Peters („Sie war meine Wunschkandidatin“) überzeugt. Und doch sei es ein gutes Signal, meint Lehmann.