Kreis Lippe/ Riga. Kürzlich wurde im Dom zu Riga (Lettland) zu Ehren von Bernhard II. zur Lippe eine Gedenktafel enthüllt. Seine Verbindung zum Baltikum entstand in den Anfängen des 13. Jahrhunderts. Doch wie kam es zur Verbindung gen Westen und gibt es Verknüpfungen zur heutigen, politischen Situation in den baltischen Staaten? Stephan Prinz zur Lippe: „Es ist die Sehnsucht der Balten und Letten zum Westen dazu zugehören – und nicht zum Osten.“ Sie würden sich auch heute durch Russland stark bedroht fühlen, deshalb sei es ein hochpolitisches und aktuelles Thema: „Die baltischen Staaten haben unter der russischen Besetzung im 20. Jahrhundert gelitten.“ Allein wie viele Menschen dort ins Straf- und Arbeitslager gekommen seien, sei bedrückend. Unterdrückung Das Land sei von 1711 bis 1918 unter russischer Herrschaft beziehungsweise Teil des Russischen Kaiserreichs gewesen. Doch für über 700 Jahre war Lettland vom Deutschen Orden und dessen Vorgänger, dem Schwertbrüderorden besetzt. „Lettland hat auch eine deutsche Vergangenheit beziehungsweise eine politisch-kulturelle Verbindung“, sagt Stephan Prinz zur Lippe. Das Baltikum hat die systematische Ermordung der dort lebenden Juden durch Deutsche erlebt. Die Hauptstadt Riga war auch Zielort etwa jüdischer Bürger Lippes gewesen, die über Bielefeld zum Zweck der Vernichtung dorthin deportiert worden sind. Erst 1918 wurde Lettland zum ersten Mal ein eigenständiger Staat. Während des Zweiten Weltkrieges war das Land wieder besetzt, von 1941 bis 1945 von Deutschland – bis es danach wieder ein Teil der Sowjetunion wurde. Die Balten hätten im 20. Jahrhundert viel gelitten und deren Identitäten wurden in der Sowjetunion immer wieder hart unterdrückt. Nach dem Zerfall der Sowjetunion bemühten sie sich erfolgreich um die Aufnahme in die NATO und die EU.