Lage errichtet Flüchtlingsunterkünfte aus Holz in vier Ortsteilen

In diesem Jahr werden weitere 350 bis 400 Menschen aus den Krisengebieten der Welt erwartet

Wolfgang Becker

Haus am Haken: Fix und fertig möbliert werden die Wohnmöglichkeiten in den verschiedenen Standorten angeliefert. - © Stadt Lage
Haus am Haken: Fix und fertig möbliert werden die Wohnmöglichkeiten in den verschiedenen Standorten angeliefert. (© Stadt Lage)

Lage. Die Stadt richtet sich auf die Ankunft weiterer Flüchtlinge ein. In nichtöffentlicher Sitzung hat der Rat beschlossen, für die Unterbringung der Menschen in Holzständerbauweise gefertigte Container anzuschaffen. Dafür sind im Nachtragshaushalt 3,3 Millionen Euro zur Verfügung gestellt worden.

Als Standorte für die Container sind zunächst die größeren Lagenser Ortsteile ausgesucht worden: Hörste, Heiden, Kachtenhausen, Müssen-Billinghausen. In Hagen-Hardissen sei, so Bürgermeister Christian Liebrecht in einem Pressegespräch, keine Aufstellung geplant, weil wie berichtet das ehemalige evangelisch-reformierte Gemeindehaus für die Unterbringung von Flüchtlingen vorgesehen sei. Möglicherweise komme noch Waddenhausen-Pottenhausen als fünfter Standort für die Aufstellung der Wohnungen dazu. Aber dies hänge von der Zahl der zugewiesenen Menschen ab.

„Wir gehen davon aus, dass wir in diesem Jahr noch 350 bis 400 Flüchtlinge aufnehmen werden", sagte Liebrecht. Weil man aber nicht genau wisse, wie viele kommen werden, sei das Ganze eine „Glaskugel". Im Moment habe die Stadt vier Wochen keine Aufnahmen verbucht. Dies sei allerdings auch politisch gesteuert. Er glaube, dass kurzfristig nach Ostern die Verteilung wieder losgehen werde.

Bisher lebten in der Stadt 700 Flüchtlinge, 95 Prozent davon seien in der Kernstadt untergebracht. Nun würden in einer Modulbauweise Wohneinheiten erstellt, in denen jeweils zwischen 60 und 70 Menschen Platz finden. „Wir können diese Einheiten komplett erwerben und innerhalb eines Tages aufstellen. Sie sind auch vom Optischen her sehr ansprechend," so der Bürgermeister weiter. Auch energetisch seien die Gebäude einwandfrei.

Er gehe davon aus, dass in den Gebäuden in den Ortsteilen jeweils 60 bis 70 Menschen untergebracht werden können. 120 Plätze würden als Reserve zur Verfügung stehen, so dass bis zu 400 Personen eine Bleibe erhalten. Die Verwaltung werde die für die Aufstellung der Unterkünfte erforderlichen Grundstücke kurzfristig aussuchen, beziehungsweise befinde sich bereits in der näheren Planung.

Wohnlich: Holz dominiert auch das Innere der Container. Sie brauchen nur noch ans Strom- und Kanalnetz angeschlossen zu werden. - © Stadt Lage
Wohnlich: Holz dominiert auch das Innere der Container. Sie brauchen nur noch ans Strom- und Kanalnetz angeschlossen zu werden. (© Stadt Lage)

Liebrecht kündigte an, dass er die Einwohner im Rahmen von Versammlungen über die Vorhaben in Kenntnis setzen werde. „Auch werden wir den Bürgern Gelegenheit geben, sich die Wohneinheiten anzuschauen, bevor die Flüchtlinge einziehen", unterstrich der Bürgermeister. Die Verteilung auf das Stadtgebiet bezeichnete er als richtige Entscheidung. Die Stadt verfüge über genügend Grundstücke, auf denen man unproblematisch die Module für die Unterbringung von Flüchtlingen aufstellen könne.

Multifunktionale Nutzung

Der Stadt sei eine vernünftige Anbindung der neuen Unterkünfte an Kindergärten und Schulen wichtig, aber auch an den Einzelhandel und den Öffentlichen Personennahverkehr, betonte Bürgermeister Christian Liebrecht. Deshalb würden die von einer Schlänger Firma gefertigten Holz-Container nicht „einfach so" auf der grünen Wiese aufgestellt. Und die 70 Flüchtlinge würden nicht „auf einen Schlag" in einem Ortsteil untergebracht, ergänzte Beigeordneter Thorsten Paulussen.

Angefangen werde sukzessive mit zehn, 20 Personen. Dadurch könne alles ruhig wachsen. Wenn in einigen Jahren weniger Flüchtlinge kommen sollten, könnten die Gebäude auch anderweitig genutzt werden. Man könne sie auch zu einem Einfamilienhaus zusammensetzen.

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