Lage. Alle Kinder, die einen Kitaplatz ab August benötigen, seien versorgt. Das hatte die LZ berichtet mit Verweis auf die Stadt. Daraufhin hatte sich Mafina Hornibrook gemeldet. Die Mutter hatte sich erneut um einen Kitaplatz für ihren zweijährigen Sohn Jonas beworben – und keinen in einer Einrichtung bekommen. Wie bereits im vergangenen Jahr nicht. Sie stehe bei drei Kitas auf der Warteliste, hatte die Mutter berichtet, die eigentlich schon ab März wieder arbeiten wollte. Die Elternzeit hat sie nun aber verlängert. Zu dem Themenkomplex äußern sich der städtische Fachgruppenleiter Jugend, Dirk Pahmeier, und die zuständige Mitarbeiterin Katrin Winter. Angebot für Betreuung bei einer Tagesmutter Durch den Kita-Navigator können sich Eltern, in diesem Fall für das Kindergartenjahr 2021/22, auch in mehreren Einrichtungen anmelden. Entsprechende Verschiebungen gibt es dadurch noch einige Zeit, doch das ist nun vorbei. Rechtsansprüche lägen der Stadt keine vor, erläuterte Pahmeier, alle Kinder seien versorgt. Einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz haben Eltern für ihr Kind ab einem Jahr. Dieser bezieht sich jedoch nicht auf einen Platz in einer Wunschkita, sondern in einer Einrichtung der Kommune. Wobei Katrin Winter erklärt, dass sie noch nie einen Platz für ein Kind aus Heiden im entfernten Hörste vergeben habe. Die Verwaltung versuche, möglichst eine Kita in Wohnortnähe zu finden. Gibt es keinen Kitaplatz, kann die Stadt jedoch auch eine Betreuung bei einer Tagesmutter anbieten, um den Rechtsanspruch zu erfüllen. Hier gebe es noch vereinzelt Plätze. Der Rechtsanspruch gilt im Übrigen nur für eine Betreuungszeit bis 35 Stunden in der Woche. „Wir sind bemüht, jeden Wunsch zu erfüllen", sagt Katrin Winter. Dieses Jahr habe es jedoch besonders viele Zweijährige gegeben, die einen Platz brauchen. Wie viele Plätze es für unter Dreijährige gebe, sei in jeder Einrichtung unterschiedlich. Wartelisten gebe es in Kitas für Eltern, die nur in hierhin möchten und alternativ ihr Kind ansonsten lieber zuhause betreuen. Die Kriterien für eine Aufnahme seien bei den Trägern unterschiedlich. Bei vielen stehen jedoch alleinerziehend, berufstätig, ein Geschwisterkind in der Einrichtung als Kriterien an den vorderen Stellen. Die meisten Eltern wählen eine Betreuungszeit von 35 Stunden in der Woche. Diese werden in sogenannten Block-Öffnungsmodulen in den Kitas angeboten: von 7 bis 14 Uhr oder 7.30 bis 14.30 Uhr. Die Kinder bleiben über Mittag und können wahlweise auch dort essen. „Das kommt bei den Familien gut an, wenn Eltern halbtags arbeiten", weiß Katrin Winter. Neue Einrichtung in Hardissen ab Sommer Die teurere 45-Stunden-Wahl von 7 bis 16 Uhr benötigten Eltern meist zwei oder drei Tage in der Woche. „Durch das Modell der Zeitbuchung sind die Kitas in den vergangenen 20 Jahren flexibler geworden", resümiert Dirk Pahmeier. Dies ermögliche eine Berufstätigkeit der Eltern. Nach seinen Angaben nehmen im kommenden Kindergartenjahr wegen des großen Bedarfs einige Tagesstätten ein Kind mehr auf als vorgegeben. Das ist mit dem Landesjugendamt abgesprochen. Eine Übergangsgruppe gebe es in Waddenhausen. Der Neubau einer Kita ist in Hardissen geplant. Sie soll langfristig die Kita in der Lindenstraße ersetzen, weil die Räumlichkeiten dort langfristig saniert werden müssen. Beide Einrichtungen sollen zunächst zeitgleich geöffnet bleiben. Baubeginn für die Kita in Hardissen ist nach derzeitigem Stand in diesem Sommer; die Nutzung ist ab August 2022 vorgesehen.