Das Licht erstrahlte klangvoll in der Marktkirche Lage

Anja Imig

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Kantorin Lea Marie Lenart hatte zur "Keltischen Messe" geladen. - © Franka Pieper
Kantorin Lea Marie Lenart hatte zur "Keltischen Messe" geladen. (© Franka Pieper)

Lage. Die Kantorei der Marktkirche konnte nach langer Pandemie-Pause wieder zu einem Konzert in die Marktkirche einladen. Kantorin Lea Marie Lenart hatte ein abwechslungsreiches Programm der anderen Art zusammengestellt. Im Zentrum stand die Keltische Messe „Das Licht in unseren Herzen" für Chor und Folk-Band nach geistlichen Texten aus Irland und Schottland. Sie geht zurück auf den 563 aus Irland vertriebenen Mönch Columban (zu deutsch: die Taube), der auf der Hebrideninsel Iona mit zwölf Gefährten ein Kloster gründete und von dort aus die keltischen Stämme Schottlands auf behutsame Weise christianisierte und sogar auf dem europäischen Festland weiter missionierte.

Die heutige ökumenische Kommunität, vergleichbar mit Taizé, wurde 1938 mit dem Wiederaufbau des verfallenen Klosters begründet, mit dem Ziel, die Grenzen zwischen Gebet und Politik, Glaube und Normalwelt zu überwinden. Die wiederentdeckten Liturgien von Iona knüpfen an die keltische Spiritualität und ihre frühchristlichen Wurzeln an. Aus der Zusammenarbeit des evangelischen Studentenpfarrers und Textdichters Eugen Eckert und dem katholischen Kirchenmusiker und Komponisten Peter Reulein ist die Messe „Das Licht in unseren Herzen" entstanden.

Stimmungsvoller Chorgesang

Der Chor zog stimmungsvoll singend mit einem „Celtic Alleluja" in die Kirche ein. Dann erklangen die einzelnen Messgesänge, gesungen deutsch, englisch oder lateinisch, aus verschiedenen Liturgien und Columba-Texten geschickt zusammengestellt. Der Chor ließ das Licht klangvoll erstrahlen, die Freude war spürbar, und besonders das Friedenslied „Und tiefen Frieden wünsch ich dir" sehr berührend. Immer wieder übernahmen aus dem Chor Silvia Diepolder, Angelika Leßmeier-Neuling und Verena Stuckmann kleine Solopartien.

Einen wesentlichen Teil an der Stimmigkeit der Musik hatte auch die Folk-Band mit Benita Schlenker (Violine), Sandra Niermann (Flöte), Janine Dahlmann (Gitarre), Marina Maestri-Foron (Violoncello) Yoana Varbanova-Dammer (Trommel) und Adam Lenart (Klavier), der die erkrankte Harfenistin am Piano ersetze. Herrlich belebende Trommelrhythmen, verspielte Flöten- und Geigenpartien, warme Cellofarben zur akustischen Gitarre. Schön, dass das Ensemble als Musik zur Kommunion noch eine instrumentale Celtic Air musizieren durfte á la Irish Folk.

Rhythmisch-virtuos tänzelndes Intermezzo

Kantorin Lenart steuerte noch ein Orgelsolo bei: „Rondo alla celtica" von Hans-André Stamm, ein rhythmisch-virtuos tänzelndes Intermezzo, das einmal mehr die Vielseitigkeit und Souveränität der neuen Kirchenmusikerin an der Marktkirche darlegt. Mit mehreren irischen Segenswünschen klang das Konzert aus. Auch die Zuhörer durften einstimmen, begleitet von „Orgelkids"-Schülerin Elli Weidhase. Mit „May the road rise to meet you" von James E. Moore verabschiedete sich die Kantorei.

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