Lage. Nach dem Brand in einem Mehrfamilienhaus in Lage haben Ermittler der Mordkommission „Gericht“ am Donnerstag drei Lagenser vorläufig festgenommen. Bei den Tatverdächtigen, eine Mutter (41) sowie ihre 23-jährige Tochter und ihr 20-jähriger Sohn, handelt es sich um Bewohner des Hauses. Es wird vermutet, dass sie den Brand aus Rache absichtlich verursacht haben, wie Staatsanwalt Alexander Görlitz auf Nachfrage der LZ berichtet. Kurz zuvor sei der Familie der Mietvertrag der Wohnung gekündigt worden. In der Nacht zu Sonntag, 7. September, war gegen 2.50 Uhr ein Feuer in einer Wohnung des Mehrfamilienhauses an der Gerichtsstraße ausgebrochen. Alle Personen, die sich im Haus befanden, konnten sich aus dem Gebäude retten. Das Obergeschoss und die Dachwohnung brannten vollständig aus. In einer dieser beiden Wohnungen lebten die drei Beschuldigten. Neben dem mutmaßlichen Racheakt geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass die Familie versucht habe, sich durch den Brand mittels ihrer Hausratversicherung zu bereichern. Mutter, Tochter und Sohn sitzen in U-Haft Da sich zum Zeitpunkt des Wohnungsbrandes Personen in dem Gebäude befanden, beantragte die Staatsanwaltschaft Detmold Untersuchungshaftbefehle, unter anderem wegen gemeinschaftlichen versuchten Mordes in Tateinheit mit besonders schwerer Brandstiftung. Direkt nach dem Brand konnte von den Kriminalbeamten aus Lippe und Bielefeld bereits ein tatverdächtiger 20-Jähriger festgenommen werden, der kurze Zeit später aber schon wieder freigelassen wurde. Der Tatverdacht gegen ihn habe sich nicht erhärtet, hieß es damals. Ob es sich dabei um den jetzigen Beschuldigten handelt, konnte Görlitz nicht mit Bestimmtheit sagen. Diese Information lege ihm nicht vor. Alibi konnte widerlegt werden Fest steht jedoch, dass sich nach zahlreichen Zeugenvernehmungen und Auswertungen der Tatortspuren sowie technischer Daten Widersprüche zu den Angaben der Familienmitglieder bezüglich ihres Aufenthalts zum Tatzeitpunkt und ihren Wohnverhältnissen ergeben hätten, wie die Staatsanwaltschaft Detmold und die Polizei Bielefeld in einer gemeinsamen Pressemitteilung mitteilen. Das Alibi der Tatverdächtigen habe widerlegt werden können, erklärt Görlitz. Demnach hätten die technischen Ermittlungen ergeben, dass sich die Beschuldigten zum Tatzeitpunkt in der Nähe des Tatortes aufgehalten haben müssen. Das Gutachten könne eine Brandstiftung nicht eindeutig belegen, führt der Staatsanwalt im Gespräch mit der LZ weiter aus. Aufgrund der Gesamtumstände könne jedoch davon ausgegangen werden, dass das Feuer absichtlich herbeigeführt worden sei. Wie die LZ berichtete, entstand bei dem Brand ein Sachschaden von rund 750.000 Euro. Rund 60 Einsatzkräfte waren in der Brandnacht bis in den Morgen mit den Löscharbeiten beschäftigt. Das Technische Hilfswerk musste das einsturzgefährdete Dach am Folgetag mit einem Teleskoplader und einem Kran entfernen.