Lemgo. Jürgen Wattenberg gibt die letzten Instruktionen. Noch sind über 40 Helfer und Freunde des Vereins „Kinder in Not Lippe“ auf dem Parkplatz der ehemaligen Schlingmann-Möbelwerke versammelt, da röhren schon die Motoren der acht Sattelschlepper auf. Um für den langen Weg nach Litauen vorbereitet zu sein, müssen sich die Bremsen der 40-Tonner erst lösen. Für Wattenberg und sein Team ist die Organisation eines Hilfstransports wahrlich kein Neuland mehr. Zum 25. Mal schickt der Verein um Jürgen Wattenberg Hilfsgüter auf die lange Strecke nach Kaunas, doch in diesem Jahr war vieles anders als geplant. „Die Anzahl der Sachspenden hat sich im Vergleich zur letzten Fahrt fast verdoppelt. Das haben wir so noch nie erlebt. Andererseits ist die finanzielle Unterstützung durch die aktuelle Situation nicht so hoch ausgefallen wie in den Vorjahren“, berichtet der Vereinsvorsitzende von den Erfahrungen. „Dennoch haben wir es gemeinsam geschafft, dieses Projekt wieder zu realisieren“, ist er stolz auf das Erreichte. In den vergangenen Jahren ist der Hilfskonvoi stets über den Landweg in die litauische Partnerstadt des Kreises Lippe Kaunas gefahren, doch durch neue Quarantäne-Verordnungen war dieses Mal nicht möglich. Der Tross musste kurzerhand die Fähre über die Ostsee von Kiel nach Kleipeda buchen. Dadurch verlängert sich die Wegstrecke für die Lkw-Fahrer zwar auf rund 26 Stunden, doch dafür umgehen die Helfer eine zweiwöchige Quarantäne. Ungewohntes gibt es in diesem Jahr auch zu transportieren. So haben die Lkw unter anderem zwei große Kohleöfen geladen, die bedürftigen Litauern die Wohnungen wärmen werden. Mit dabei sind auch rund 150 Rollstühle und 500 Rollatoren. Der gesamte Tross wird rund 4000 Kilometer Strecke zurücklegen und nach anstrengenden 13 Tagen wieder zurück in Lippe erwartet.