Lemgo. Schuh- und Stiftstraße sind umgebaut. Doch für die Anwohner ist es damit nicht getan. Sie kämpfen weiter dafür, die viel befahrenen Straßen für den Durchgangsverkehr zu sperren. 5000 bis 6000 Fahrzeuge fahren täglich an ihren Häusern vorbei - und eine Entlastung habe es auch mit dem Umbau der Straßen nicht gegeben. Mit einem Antrag wenden sich die Anwohner jetzt erneut an die Stadt und hoffen damit auf ein Stück mehr Lebensqualität. Bereits in den vergangenen Jahren hatten sie Unterschriftenlisten und Anträge eingereicht. 2024 dann einigte man sich darauf, das Thema in den Beratungen für die Verkehrsentwicklungsplanung aufzunehmen. Poller in Höhe Feuerwache Und das sei offenbar geschehen, wie die Anwohner erfreut anmerken. So würden in der Verkehrsplanung derzeit Alternativen zu den von ihnen vorgeschlagenen Pollern in Höhe der Breiten Straße beraten. Die waren von Feuerwehr und Verkehrsplanern zuvor abgelehnt worden. Die Wehr hatte unter anderem befürchtet, wichtige Zeit aufgrund der Sperre zu verlieren, die Stadt wiederum auf mögliche Zusatzbelastung von umliegenden Straßen verwiesen. Ein Argument, das die Anwohner für wenig stichhaltig hielten. So sei während der Umbauarbeiten der Schuhstraße und der damit einhergehenden Sperre der Verkehr auf der Papenstraße zwar leicht angestiegen, deutlicheren Zuwachs aber habe es auf dem Braker Weg, also dem Südring gegeben. Und eben das sei der Sinn einer solchen Umgehungsstraße, wie die Antragsteller betonen, die auf die Stärkung von Wohn- und Aufenthaltsqualität in der Innenstadt und das städtische Ziel des klimaneutralen Verkehrs 2035 verweisen. Abbiegen in die Orpingstraße Im Rahmen der weiteren Planungen sehen sie eine sinnvolle Alternative zu ihren ursprünglichen Plänen in einer Sperrung der Schuhstraße in Höhe der Feuerwache am Regenstor. Das hätte gleich mehrere Vorteile: So könnte ein elektrisch versenkbarer Poller in der Nähe der Feuerwache sicher per Kabel von der Zentrale der Feuerwache bedient werden. Unwägbarkeiten einer per Funk- oder Mobilnetz zu steuernden Anlage würden damit vermieden. Auch wäre die vom Gesetzgeber geforderte Wendemöglichkeit am Ende der Schuhstraße umsetzbar. Möglich wäre es nach Ansicht der Anwohner aber auch, aus der Schuhstraße kommend, weiterhin rechts in die Orpingstraße abzubiegen. Damit würde am östlichen Ende der Schuhstraße keine Sackgasse entstehen, die Ost-West Achse zwischen Regenstorplatz und Engelbert-Kämpfer Straße aber dennoch durchschnitten und der Durchgangsverkehr damit draußen gehalten. Für den von der Regenstorstraße kommenden Verkehr käme der Regenstorplatz als Wendemöglichkeit in Frage, so die Antragsteller. Zu klären bliebe für sie darüber hinaus noch, wie möglicher Durchgangsverkehr über den Freien Hof und die Papenstraße verhindert werden könnte. Denkbar wäre hier ein „Verbot der Einfahrt“-Schild an der Schuhstraße. Der Antrag der Anwohner soll jetzt in einem der kommenden Verkehrsausschüsse beraten werden. Ausbau führe zu gefährlichen Situationen Für die Bürger bleibt die Abbindung der Schuhstraße ein unverzichtbarer Schritt, um die Lebensqualität zu erhöhen - für sich als Anwohner und mit weniger Verkehr auch für die historische Innenstadt in Gänze. Der Ausbau von Schuh- und Stiftstraße hätte bislang keine Entlastung gebracht - ganz im Gegenteil. Zwar präsentiere sich die Straße jetzt heller und aufgeräumter, verleite die Autofahrer aber aufgrund der freien Sicht und der abgesenkten Bordsteine dazu, noch schneller zu fahren. Das spiegele sich nicht nur im Verkehrslärm wider, sondern führe immer wieder auch zu gefährlichen Situationen, so die Anwohner. Im Begegnungsverkehr etwa würden viele Fahrer über die abgesenkten Bürgersteige fahren und damit Passanten und auch Kinder in akute Gefahr bringen.