Lemgo. Wenn etwas schon gesagt wurde, ist das häufig der Ausgangspunkt aller Kalauer. 2025 wurde jede Menge „schon gesagt“ - vor allem auf der politischen Bühne von Trump bis Merz. HG Butzko (bürgerlich: Hans-Günter Butzko) schaute also in seinem Jahresrückblick im Kirchlichen Zentrum von Eben-Ezer vor allem rückwärts. Und suchte nach Überschneidungen, wo das Politische und das Private, der Alltag und der Bundestag, die große Welt und der kleine Geist sich über den Weg liefen. Rund 140 Zuschauer wollten Butzko sehen und hören. Und die merkten recht zügig, dass der Gast mit Wurzeln im Ruhrgebiet, gern „durch brettert“; an Orten, wo mancher elegant abbiegt. HG Butzko ist ein Kabarettist mit einer Mischung aus Infotainment, schnoddrigen Gags und Frontalunterricht. In Lemgo hatte er vor allem den „Orangenmann“ an der Spitze der USA, Elon Musk, Friedrich Merz und deutsche Behörden im Blick - ein durch und durch politischer Rückblick also - mit einem wachen Blick auf verborgene Hintergründe.Vorweg: Nicht jeder Gag gelang. Und die Attitude, immer wieder auf Trump einzuschlagen, verliert nach dem x-ten Mal an Dynamik. Massenhaft Gründe zum Aufregen Mehr vom Gleichen ist einfach nicht immer das richtige Maß. Was Butzko natürlich gelang, waren spannende Themen aus 2025 noch einmal in den Vordergrund zu schieben: Tofuschnitzel (immer noch kein Schnitzel?), Stuttgart 21 (immer noch nicht fertig?), die Todesgruppe der Deutschen bei Fußball-Weltmeisterschaft (immer noch mit dem Giganten Ecuador). Das zurückliegende Jahr lieferte an 365 Tagen wirkliche jede Menge Geschichten mit Unterhaltungspotenzial. Wenn man sich nicht hätte aufregen wollen. Aufregen müssen. Aber das tat ja Butzko. Über den Puma in Sachsen, Julia Klöckner und Jörg Pilawa, die Friseurkosten von Merz (12.500 Euro?), das neue Buch von Boris Becker, Anschläge in Solingen, Magdeburg oder Mannheim. Butzko hatte sie alle notiert. Und kommentiert. Und pasteurisiert und püriert, aber vor allem noch einmal auf „links“ gezogen und mit einem finalen Satz versehen. Der Kabarettist stand an einem Pult, das Laptop vor sich, das Jahr hinter sich und den Wahnsinn gefiltert in Sichtweite. In Windeseile durch lausige Nachrichten Was bei einem Jahresrückblick in Buzkos Tempo eine Herausforderung ist? Das Tempo. Kaum haben die Zuhörer sich an die eine Szene des Grauens (Heizungsgesetz) erinnert, treibt der Entertainer die nächste Sau durchs Dorf. Wo bleibt die Zeit, sich selbst noch einmal zu vergewissern, was da 2025 von Bedeutung schien und wann es hochgerüstete Belanglosigkeit war? Zwischen Handyverbot an Schulen und Böllerverbotszonen gibt es womöglich Unterschiede. Und wer fuhr früher mit dem offenen Verdeck durch Dallas? HG Butzkos Rückblick war interessant, um sich in zwei Stunden komprimiert an die lausigen Nachrichten aus 2025 zu erinnern. Ein Husarenstück war er nicht.