Lemgo-Lieme. Die Sportler vom VfL Lieme geben nicht auf. Sie wollen nicht hinnehmen, was schon beschlossen ist und gehen auf die Stadt mit einem neuen Angebot zu: Sie wollen die Erweiterung des Sporthauses in Eigenleistung stemmen. Die Stadt zeigt sich einverstanden, allerdings nur unter der Prämisse, keine Mehrkosten zu tragen. Denn das, was die Stadt zuvor in Lieme plante, kam bei den Sportlern so gar nicht an. Mit Hilfe einer Förderung für energieeffiziente öffentliche Gebäude soll das stark in die Jahre gekommene Sporthaus energetisch saniert werden. Fassade und Dach werden gedämmt, Bodenplatte, neue Fenster und Türen gesetzt und damit der Energieverbrauch deutlich gesenkt. 800.000 Euro darf die Maßnahme laut Förderung kosten, von denen die Stadt letztlich 160.000 Euro zu übernehmen hat. Verein: Sanierung bringt nichts Ein erster Schritt, doch für die Sportler des VfL geht er in die falsche Richtung. Denn an der Raummisere, die den Verein seit Jahren plagt, würde sich damit nichts ändern, wie Benno Beermann vom Verein bereits mehrfach beklagte. Die Umkleiden sind nicht nur in die Jahre gekommen, sondern reichen bei Weitem nicht mehr aus. Bei Turnieren müssten die Mannschaften die Räume nacheinander nutzen, Kleidung und Ausrüstung im Freien lagern. Von Geschlechtertrennung ist im Sporthaus erst gar keine Rede, dazu fehlt es an dringend benötigtem Platz für die Sportausstattung. Auf all das hat der Vorstand Stadt und Bezirksregierung in den vergangenen Jahren wiederholt hingewiesen - allerdings ohne Erfolg. Beim Förderprogramm „Moderne Sportstätten“ ging der Verein immer wieder leer aus, auch ein in den vergangenen Jahren geplanter und dann verschobener Neubau für das über 70 Jahre alte Vereinshaus wurde letztlich mit Verweis auf die Kosten abgesagt. Enge Absprache angeboten Jetzt wollen es die Sportler in Eigenregie wuppen. Dabei setzen sie auf handwerkliches Knowhow in ihren Reihen und Spendenbereitschaft, um einen Anbau an das Sporthaus zu setzen. Vorab haben sie sich schon kundig gemacht, welche Voraussetzungen sie dafür mitbringen müssen. Derzeit werden die Pläne mit der Stadt abgesprochen und auch daraufhin überprüft, ob sie mit der Fördermaßnahme vereinbar sind. Viel Arbeit und viel Geld werden die Mitglieder des VfL Lieme damit in das Sporthaus investieren - zumal die Verwaltung bereits deutlich gemacht hat, dass sie ausschließlich den Anteil der energetischen Sanierung tragen werde. Sobald die Pläne weiter konkretisiert sind, sollen sie in den politischen Gremien vorgestellt werden. Geplant ist, die energetische Sanierung des Vereinshauses im Frühjahr 2026 zu beginnen. Etwa ein Jahr sind für die Arbeiten angesetzt, das Sporthaus kann in dieser Zeit von den Aktiven nicht genutzt werden. Transparenzhinweis: Der Text wurde inhaltlich noch einmal überarbeitet.