Sanierungsfall: Katholische Johanneskirche wird untersucht

Experten begutachten das Dach und suchen undichte Stellen im Gebäude

Thomas Dohna

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Sorgenkind: Das Dach der katholischen Johanneskirche ist baufällig. Am Mittwoch soll es untersucht und die Dichtheit des Gebäudes mit einer Nebelprobe festgestellt werden. - © Thomas Dohna
Sorgenkind: Das Dach der katholischen Johanneskirche ist baufällig. Am Mittwoch soll es untersucht und die Dichtheit des Gebäudes mit einer Nebelprobe festgestellt werden. (© Thomas Dohna)

Leopoldshöhe. Die Johanneskirche an der Herforder Straße in Leopoldshöhe wird untersucht, denn das Dach ist nicht dicht. Um die Lücken zu finden, wird Nebel in das Gebäude geblasen. Steigt also morgen über der Kirche weißer Rauch auf, ist nicht etwa der Papst gewählt worden.

Die Kirchengemeinde kündigt die Aktion an, damit nicht etwa die Feuerwehr anrückt. Und ganz sicher ist es auch noch nicht, dass der Test stattfinden kann. Denn auch das Wetter muss mitspielen. Ist es draußen zu warm, zieht der Nebel nicht ab und die undichten Stellen sind nicht zu finden.

Seit Jahren kann die Johanneskirche nicht mehr genutzt werden. Die Sanierung der Leopoldshöher Johanneskirche stellt die katholische Kirchengemeinde St. Michael vor erhebliche finanzielle Schwierigkeiten. 2014 gab es die Schätzung, dass die Sanierung der vor zwölf Jahren gebauten Kirche 360.000 Euro kosten könnte.

Der einst strahlend weiße Bau wirkt schmuddelig. Immer mehr dunkle Flecken in grau-grün-roter Färbung zeigen sich an den Wänden. Die Ursache könnte ein möglicherweise falsch konstruiertes oder falsch gebautes so genanntes Kaltdach sein. Bei einem Kaltdach gibt es einen Raum zwischen dem eigentlichen Dach, das den Regen abhalten soll, und der Decke des Gebäudes darunter. Durch diesen Zwischenraum soll Luft strömen. Die wiederum nimmt die Feuchtigkeit auf, die aus dem Gebäude aufsteigt. Der Bau unter der wasserdichten Oberfläche darf deswegen nicht hermetisch gegen Feuchtigkeit von innen abgedichtet werden.

Irgendetwas muss bei Bau oder Konstruktion des Daches der Johanneskirche schief gelaufen sein, denn die die Holzelemente im Dach faulen und sind einsturzgefährdet. Gottesdienste können in der Kirche deswegen schon lange nicht mehr stattfinden. Die katholische Kirchengemeinde will das Gebäude aber nicht aufgeben.

Am Mittwoch soll die Kirche nun thermografisch untersucht werden. Außerdem soll festgestellt werden, wie luftdicht der Bau ist und wo es Lecks gibt, unter anderem mit einer Nebelprobe. Der Architekt der Kirchengemeinde wird auch den Dachaufbau, die Dachanschlüsse und die Dämmung begutachten und Proben nehmen.

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