Die Grundschule Nord in Leopoldshöhe wird zum Museum

Karolina Schmidt

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Im Raumschiff: Die Viertklässler Lasse Hagensieker (10) und Celina Düben präsentieren stolz ihr begehbares Raumschiff. Die vielen verbauten Materialen sorgen für den Weltraum-Touch - © Karolina Schmidt
Im Raumschiff: Die Viertklässler Lasse Hagensieker (10) und Celina Düben präsentieren stolz ihr begehbares Raumschiff. Die vielen verbauten Materialen sorgen für den Weltraum-Touch (© Karolina Schmidt)
Kunst von Kindern: Die roten Fadennester des dritten Jahrgangs verschönern eine Wand im Neubau. Christian Müller und Elisa Müller (7) finden einen der drei versteckten Gegenstände. Ein weiterer ist ein Würfel. - © Karolina Schmidt
Kunst von Kindern: Die roten Fadennester des dritten Jahrgangs verschönern eine Wand im Neubau. Christian Müller und Elisa Müller (7) finden einen der drei versteckten Gegenstände. Ein weiterer ist ein Würfel. (© Karolina Schmidt)

Leopoldshöhe. 346 Traumfänger aus alten CDs hängen von der Decke eines Flures der Grundschule Nord. Die Fenster sind mit blauem und lila Transparenzpapier abgeklebt und tauchen den Flur in eine Unterwasser-Atmosphäre. Die Traumfänger blitzen von der Decke wie kleine Fische unter einer sonnenbeschienenen Wasseroberfläche. Schon das macht deutlich: Die Kunstausstellung in der Schule ist etwas Besonderes.

Die Vorgeschichte dazu beginnt im September, als die Jahrgänge zwei bis vier die Ausstellung „Willkommen im Labyrinth – Künstlerische Irreführungen" im Herforder Museum MARTa besuchten. Dort bestaunten sie rätselhafte und spannende Rauminstallationen. „Ich war von der Ausstellung so begeistert, dass ich das mit den Kindern in der Schule auch machen wollte", beschrieb Lehrerin Antje Happich-Pfeiffer die Idee zu der Kunst-Projektwoche. Entstanden ist die Ausstellung „Willkommen in Labyrinth reloaded", in dessen Rahmen fünf Gemeinschafts- und Individualprojekte entstanden sind. Jede Jahrgangsstufe erarbeitete ein Projekt für sich, und alle Kinder zusammen gestalteten den „Traumfängergang". Inspiration holten sie sich von den gestalterischen Grundideen der MARTa-Künstler.

Der zweite Jahrgang knüpfte aus bunten Stoffbahnen ein Tipi, welches von der Decke eines Klassenzimmers hing. „Das Zelt soll ein gemütlicher Treffpunkt für uns Kinder sein", so einer der Zweitklässler. Die Kinder des dritten Jahrgangs gestalteten eine Wand im Neubau um. An dieser knallroten Wand hängen nun unterschiedlich große rote Fadennester, in welchen drei Gegenstände versteckt sind. „Die rote Wand wird auch nach der Ausstellung in der Schule bleiben. Ich habe Respekt davor, wie toll das geworden ist", lobte Happich-Pfeiffer. Die anderen Ausstellungsstücke blieben zumindest vorübergehend in der Schule stehen.

Aus dem letzten Raum im roten Trakt drangen außerirdische Klänge, die das Gemeinschaftsprojekt des vierten Jahrgangs atmosphärisch untermauerten: Die Kinder bauten aus diversen Materialien ein begehbares Raumschiff. Von außen eher unscheinbar verklebte Pappkartons, entfaltete das Raumschiff von innen einen wahrhaft galaktischen Charakter: „Wir haben Kassetten, Kartons, Lichterketten, Gummihandschuhe, einen Globus und leere Toffifee-Verpackungen verbaut", erzählte der Viertklässler Lasse Hagensieker stolz. Die Besucher standen meterlang Schlange, um einmal selbst durch das mit Silberfolie verklebte Raumschiff zu gehen. Die Erstklässler, die die Ausstellung im MARTa Herford gar nicht gesehen hatten, beteiligten sich ebenfalls an der Kunst-Projektwoche: In der Pausenhalle arrangierten sie ein Zebralabyrinth und gestalteten jeweils ein eigenes kleines Zebra.

Eine Rallye begleitete die Ausstellung. Die Kinder konnten spannende Fragen zu den Projekten beantworten, um bei einer anschließenden Tombola abzustauben. Im Kreativbereich durfte sich jeder Besucher zusätzlich einmal selbst ausprobieren und etwas gestalten. „Ich bin unheimlich froh, dass wir die Kunst-Projektwoche gemacht haben. Die Kinder haben richtig toll gearbeitet", resümierte Happich-Pfeiffer den Erfolg. Den bestätigten auch die mehreren Hundert Besucher.

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