Leopoldshöherin vermittelt ausgediente Legehennen in gute Hände

Patrizia Lerch

  • 0
Daniela Tesche (rechts) setzt sich für ausgediente Legehennen ein. Sie vermittelt die Tiere in eine artgerechte Haltung. Jana Prehm nimmt vier Hennen mit nach Hause. - © Patrizia Lerch
Daniela Tesche (rechts) setzt sich für ausgediente Legehennen ein. Sie vermittelt die Tiere in eine artgerechte Haltung. Jana Prehm nimmt vier Hennen mit nach Hause. (© Patrizia Lerch)

Leopoldshöhe/Asemissen. Vor der Haustür von Daniela Tesche hat sich eine lange Schlange gebildet. Geduldig warten die Menschen darauf, Hühner mit nach Hause nehmen zu dürfen. Daniela Tesche engagiert sich im Verein „Rettet das Huhn" und vermittelt ausgediente Legehennen.

Auf dem Hof der Tierschützerin gackert es. 114 Hühner aus einem Stall im Westerwald haben Daniela Tesche und ihre Helfer dieses Mal gerettet. Die Tiere stammen aus Massentierhaltung. Mit vier Monaten kamen die Hennen in den Legebetrieb. Jetzt sind sie 16 Monate alt und haben ausgedient. Ihr Federkleid ist gerupft, die Krallen viel zu lang. Auf einem einzigen Quadratmeter haben neun Hennen in einem Stall in Bodenhaltung gelebt. Die Tiere wurden in Etagensystemen gehalten. Viele von ihnen kennen nur Gitterkäfige.

Mit 16 Monaten ausgedient

„Die Tiere müssen sich an das Laufen auf normalem Boden erst gewöhnen", erklärt Tesche. Sie übergibt ein Huhn in die Obhut von Jana Prehm, die vier Hennen mit nach Hause nehmen möchte. „Ich will unbedingt Hühner aus dem Tierschutz", erklärt die 31-Jährige. Dafür reist sie extra aus dem 125 Kilometer entfernten Wetter an der Ruhr an. Um ein frisches Hühnerei gehe es ihr dabei nicht. „Ich will den Tieren etwas Gutes zu tun", erklärt sie.

Seit fünf Jahren hält Daniela Tesche eigene Hühner. Auch sie hat ihre Hennen aus dem Tierschutz. Angefangen hat sie bei „Rettet das Huhn" als Helferin. Seit 2017 vermittelt sie selbst Legehennen. Die Aktion findet großen Anklang. „Wir haben genug Abnehmer für unsere Hennen", berichtet die Tierschützerin.

Schlachten verboten

Mindestens zwei und maximal 15 Hühner kann ein Haushalt auf einmal bei sich aufnehmen. Bestimmte Voraussetzungen sind dafür zu erfüllen. Die Tiere brauchen einen trockenen und sicheren Stall sowie ein großes Gelände, damit sie genug Auslauf bekommen. Die Halter müssen mit den Hennen bei Bedarf zum Tierarzt und dürfen sie nicht an Dritte weitergeben. Auch geschlachtet werden dürfen die Tiere nicht. Mit der Unterschrift auf einen Schutzbrief erklärt sich der Abnehmer mit den Bedingungen einverstanden. Um das Wohl der Tiere zu sichern, führt der Verein sogar Nachkontrollen durch.

Auch Nicole De Boeck aus Bad Arolsen in Hessen setzt ihren Namen unter den Schutzvertrag. Zusammen mit ihren Kindern Helene und Romi nimmt sie zwei Hennen bei sich auf. „Wir würden gerne mehr nehmen, haben aber nur Platz für zwei", berichtet De Boeck. In ihrem Garten leben nämlich schon sechs Hühner. „Ich habe im Internet von der Aktion erfahren und will zumindest zwei Hühnern eine Chance auf ein gutes Leben geben", erklärt die Hessin. Ihre Kinder sind begeistert von den Tieren und beobachten fasziniert, wie die Hühner durch den Garten von Daniela Tesche laufen.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2019
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!