30 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Leopoldshöhe und St.Gaultier

Knut Dinter

Mit französischem Rotwein stoßen Mitglieder des Partnerschaftsvereins auf die erfolgreiche Partnerschaft an mit (von links) Bürgermeister Gerhard Schemmel, Renate Kantim, Heike Kortekamp, Rudi Strunk, Ulrike tom Suden und Eleni Konstantinidis.  - © Knut Dinter
Mit französischem Rotwein stoßen Mitglieder des Partnerschaftsvereins auf die erfolgreiche Partnerschaft an mit (von links) Bürgermeister Gerhard Schemmel, Renate Kantim, Heike Kortekamp, Rudi Strunk, Ulrike tom Suden und Eleni Konstantinidis.  (© Knut Dinter)

Leopoldshöhe. Vor 30 Jahren, am 29. September 1990, begann die Partnerschaft zwischen Leopoldshöhe und St. Gaultier in Mittelfrankreich. Am Jahrestag erinnerten Mitglieder des Partnerschaftsvereins an die Verbindung. Mit blauen, weißen und roten Bändern, den Nationalfarben des Nachbarlandes, war die Linde vor dem Leopoldshöher Rathaus geschmückt.

Dieser Baum war bei der Vertragsunterzeichnung als Zeichen für die Freundschaft der beiden Gemeinden gepflanzt worden. Er hat mittlerweile eine Höhe von zehn Metern erreicht und könnte auch als Sinnbild für die stetig gewachsenen Beziehungen gelten.

Für Saint Gaultier hatte Bürgermeister Guy Ovide (gestorben 2010) die Jumelage besiegelt, sein damaliger deutscher Amtskollege hieß Rudi Strunk. Der Leopoldshöher Alt-Bürgermeister nahm auch an der jetzigen Zeremonie teil. Alle Anwesenden bedauerten, dass aufgrund der Corona-Pandemie keine gemeinsame Feierstunde möglich sei.

Dass die Partnerschaft zustande kam, sei auf einen Zufall zurückzuführen, sagte Heike Kortekamp in einer kurzen Ansprache. Die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins berichtete, dass ein Lehrer der Gesamtschule von dem Wunsch aus Frankreich nach einem deutschen Gegenüber erfahren hatte. Wie Strunk bestätigte, habe es dann noch zwei Jahre gedauert, bis die binationale Annäherung auch offiziell wurde.

Fremde Länder, gleiche Interessen

Heike Kortekamp berichtete, dass Strunks Nachfolger Manfred Brügge zahlreiche angenehme Erinnerungen behalten hat. Er habe ihr gesagt: „Bei den gegenseitigen Besuchen haben wir viel gemeinsam gefeiert und gelacht – auch wenn wir die französische Sprache nicht verstanden haben."

In der Amtszeit des amtierenden Bürgermeisters Gerhard Schemmel wurde das internationale Jugendcamp ins Leben gerufen. Jugendliche aus Leopoldshöhe, St. Gaultier und der polnischen Partnergemeinde Myslakowice verbrachten jeweils im Sommer eine Woche gemeinsam.

Dabei lernten sie sich besser kennen und verstehen, auch wenn die Kommunikation auf Englisch erfolgte, wie Heike Kortekamp berichtete.

„Sie entdeckten, dass sie doch die gleichen Interessen haben. Gerade in einer Zeit, in der einige Länder eher das Trennende betonen, sind diese Begegnungen im europäischen Geist sehr wichtig", sagte sie. Es seien nicht nur etliche Vorurteile gewichen, erfreulicherweise seien daraus auch anhaltende Freundschaften entstanden. „Ich weiß von mehreren Jugendlichen, die weiterhin über Facebook und Instagram Kontakt halten."

St. Gaultier liegt zwischen Tours und Poitiers, etwa 300 Kilometer südwestlich von Paris im Tal der Creuse. Ganz in der Nähe befindet sich das Naturschutzgebiet der Brenne, das mit seinen vielen kleinen Seen zu einer der schönsten Landschaften Frankreichs zählt und vielfältige Freizeitmöglichkeiten bietet.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2020
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.