Dorfverein startet Online-Petition gegen geplantes Quartier
"Lebendiges Brunsheide"

Birgit Guhlke

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Das Baugebiet Brunsheide Süd-Ost in Leopoldshöhe. - © Birgit Guhlke
Das Baugebiet Brunsheide Süd-Ost in Leopoldshöhe. (© Birgit Guhlke)

Leopoldshöhe. Der Verein zur Erhaltung des dörflichen Charakters von Leopoldshöhe hat eine nächste Initiative in der Diskussion um das geplante neue Quartier Brunsheide-Süd gestartet, dieses Mal ist es eine Online-Petition. Ziel des Vereins ist es, die Geschosszahl der geplanten Mehrfamilienhäuser zu beschränken und ihren Standort vorzugeben – weg von der bestehenden Bebauung. Die Online-Petition aber wurde beanstandet.

Zwar haben diese Petition bereits 32 Personen unterzeichnet (Stand Freitagnachmittag), die Online-Plattform „openPetition" hatte aber einen „Konflikt" mit den Nutzungsbedingungen festgestellt. Die Initiatoren der unter dem Namen „Kein gigantischer städtischer Wohnkomplex in der Gemeinde Leopoldshöhe" gestarteten Petition hätten ab Freitag fünf Tage Zeit, den beanstandeten Satz umzuformulieren. Am Freitagnachmittag erfolgte die Änderung bereits.

In der Begründung für die Beanstandung mit dem Hinweis, dass eine Petition beendet werden könne, heißt es: „Petitionen mit falschen Tatsachenbehauptungen, fehlenden Quellenangaben oder mit irreführender Unterschlagung von relevanten Tatsachen werden beendet. ,openPetition’ behält sich vor, Quellen in umstrittenen Fällen nachträglich einzufordern beziehungsweise wesentliche Tatsachen ergänzen zu lassen."

Es geht um diesen Absatz: „Auf einem bislang unbebauten Acker zwischen den Ortsteilen Leopoldshöhe und Schuckenbaum soll ein überdimensionierter Wohnkomplex in Form eines städtischen Quartiers mit 220-230 Wohneinheiten und annähernd 500 Parkplätzen aus dem Boden gestampft werden. Die überwiegende Anzahl der Wohneinheiten wird dabei in bis zu 4-geschossigen Mehrfamilienhäusern untergebracht." Am Nachmittag hatten die Initiatoren die Zahl der Parkplätze auf 400 (plus Zusatz „zzgl. eines entsprechenden Angebots an Besucherparkplätzen") reduziert und Links zu den von ihnen ausgewerteten Quellen angefügt. Es sind Links zu dem Auslobungstext für den städtebaulichen Wettbewerb für Brunsheide.

Ausmaß gefährde den Dorfcharakter

Wie berichtet, nehmen zehn Architektenbüros an dem Wettbewerb für die Entwicklung des neuen Quartiers teil. Den Auslobungstext beanstandet der Dorfverein ebenfalls, wollte dagegen ebenfalls vorgehen. Befürchtet werde, dass die Architekten die formulierte Mindestzahl an Wohneinheiten auf jeden Fall einhalten werden. Dieses Ausmaß gefährde den Dorfcharakter.

Der Verein bemängelt zudem die weiteren Aktionen der Gemeinde zur Bürgerbeteiligung – eine Umfrage mit repräsentativ ausgewählten Bürgern, an der weitere Interessierte teilnehmen konnten, sowie das sogenannte „World-Café". Der Dorfverein zweifelt an, dass die Umfrage repräsentativ sei. Ebenso, dass es in Leopoldshöhe den mit dem Quartier zu deckenden Bedarf an „bezahlbarem Wohnraum" gebe.

Für ein Quorum benötigt der Dorfverein 390 Unterzeichner, entsprechend der Größe der Gemeinde. Wird das erreicht, sei ein Thema aus Sicht einer erheblichen Anzahl von Bürgerinnen und Bürgern relevant, heißt es in der Beschreibung bei „openPetition". Dann werde eine Stellungnahme von zuständigen Entscheidungsträgern eingefordert.

Zur Petition: www.schoenes-leopoldshoehe.de

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