Leiblicher Vater des missbrauchten Pflegekindes erhebt schwere Vorwürfe gegen das Jugendamt

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Ein Kinderstuhl und Kinderspielzeug liegen Mitte April vor der zum Teil bereits abgerissenen Parzelle des mutmaßlichen Täters auf dem Campingplatz Eichwald im Ortsteil Elbrinxen. - © Archivfoto: Guido Kirchner/dpa
Ein Kinderstuhl und Kinderspielzeug liegen Mitte April vor der zum Teil bereits abgerissenen Parzelle des mutmaßlichen Täters auf dem Campingplatz Eichwald im Ortsteil Elbrinxen. (© Archivfoto: Guido Kirchner/dpa)

Lügde. Im Missbrauchsfall Lügde äußerst sich nun erstmals der leibliche Vater des Kindes, das vom Jugendamt beim Hauptbeschuldigten Andreas V. auf dessen Campingplatz-Parzelle untergebracht worden war. Im NDR erhebt der Vater des heute 6-jährigen Mädchens schwere Vorwürfe gegen das Jugendamt Hameln. Er habe vom Missbrauch seiner Tochter aus der Presse erfahren und fühle sich vom Jugendamt komplett allein gelassen: "Ich kann das gar nicht in Worte fassen. Da kam telefonisch nichts, es kam per Post nichts, es kam per Email nichts. Ich wurde auch nicht dazu befragt, wie es weitergeht."

Der 25-Jährige, der anonym bleiben will, war laut NDR selbst noch Schüler, als die Tochter 2011 zur Welt kam. Er habe die Vaterschaft anerkannt. Das Sorgerecht habe von Beginn an nur bei der Mutter gelegen. Heute mache er sich große Vorwürfe, sagt der junge Mann. Er hätte seine Mitsprache mehr einfordern müssen, doch ihm habe in jenen Jahren selbst der familiäre Rückhalt gefehlt. Inzwischen hat er sich einen Anwalt genommen und bemüht sich, das Sorgerecht zu erhalten.

Mehrfach beim Amt angerufen

2016 gab das Jugendamt das Kind auf Wunsch der Mutter bei dem arbeitslosen Dauercamper Andreas V. in Pflege. Der leibliche Vater hatte zufällig davon erfahren und sagt im NDR-Interview, er sei erschrocken gewesen. Bei einem Besuch des Mädchens sei er von V. vertrieben worden.

Die Schilderung des Vaters werde durch einen Zeugen bestätigt, heißt es vom Sender. Der Vater beteuert, er habe das Jugendamt danach mehrfach angerufen und seinen Protest auf dem Anrufbeantworter hinterlassen: "Ich sagte, wie kann es sein, dass ein Kind auf einem Campingplatz abgegeben wird? Ob die sich da mal umgeschaut haben, wie verwahrlost das ist? Ob das deren Ernst ist, auf die Wünsche der Mutter einzugehen?" Doch einen Rückruf habe er nie bekommen.

Jugendamt verweigert Stellungnahme

Das Jugendamt in Hameln habe in einer Stellungnahme gegenüber dem NDR auf den Datenschutz verwiesen: Es könne keine detaillierte Auskunft zu konkreten Personen geben. Grundsätzlich würden neben den Fachleuten des Amtes alle Entscheidungen unter Würdigung der Willensäußerung der sorgeberechtigten Person gefällt.

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