Lügde. Die Stiftung Zukunft Handwerk OWL ehrt die Eduard Stumpe Bauunternehmen GmbH aus Lügde mit dem Zukunftspreis. Das Familienunternehmen überzeugte die Jury durch innovative Ideen für Klima- und Ressourcenschutz und eine gelebte Nachhaltigkeitsstrategie – über Generationen hinweg. „Wenn wir von Ressourcenschonung sprechen, sprechen wir nicht über ein Modewort, sondern über einen Wert, der das Handwerk seit Generationen prägt“, betonte Peter Eul, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung. Handwerkerinnen und Handwerker würden in Lebenszyklen denken, sorgfältig mit Material umgehen und Reparatur dem Ersatz vorziehen. Genau diese tief in der „DNA des Handwerks“ verankerte Kultur sei heute ein entscheidender Faktor zur Erreichung globaler Nachhaltigkeitsziele. Das Unternehmen Stumpe lebe diese Verbindung von Leistung und Haltung vor und sei damit ein „strahlender Leuchtturm“ für die gesamte Branche. Dass sich ein Bauunternehmen so systematisch auf den Weg zur Klimaneutralität mache, sei eine „Ausnahme und genau deshalb vorbildlich“. Was die Jury begeisterte, ist ein umfassendes Konzept, das aus tiefer Überzeugung gelebt wird. Die Firma, 1901 gegründet und heute in vierter Generation von Uwe Stumpe geführt, setzt auf ein Bündel an Maßnahmen. Ein digital gestütztes Energiemanagementsystem mit eigener Photovoltaikanlage ist das Herzstück. Nachhaltig durch Photovoltaik „Wir erzeugen auf unserem Gelände hier ungefähr 160.000 Kilowattstunden Strom jedes Jahr“, erklärte Uwe Stumpe. Von April bis Oktober sei man damit nahezu energieautark. „An Sommertagen haben wir eine Selbstversorgung von 96 Prozent!“ Ergänzt wird dies durch die Modernisierung des Fuhrparks, konsequente Abfalltrennung und den Rückbau alter Ölanlagen. Dieses Engagement ist zertifiziert: Im März bestand Stumpe den 360-Grad-Nachhaltigkeitscheck der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe. Dass Innovation im Betrieb Tradition hat, beweist eine Anekdote des Geschäftsführers: Schon seine Diplomarbeit befasste sich mit der Einführung von EDV in einem Bauunternehmen – in den 80er Jahren, also zu einer Zeit, als dies noch belächelt wurde. Der Unternehmer blickt positiv in die Zukunft: „Die Reise ist nicht zu Ende!“, so Stumpe und spricht im lockeren Ton über sich selbst: „Der Typ ist noch hellwach – und das soll auch so bleiben!“ Ab August steigt mit Sohn Roman bereits die fünfte Generation in den Betrieb ein. Ein Vorbild für die ganze Region Auch Lügdes Bürgermeister Torben Blome fand lobende Worte und zeigte sich stolz auf den lokalen Betrieb. Besonders hob er auch die Leistung von Senior-Chef Eduard Stumpe hervor: „Ich kenne kaum jemanden, der noch in diesem gesetzten Alter von über 90 aktiv arbeitet“. Dies sei ein Vorbild für alle. Das gesellschaftliche Engagement der Familie, ob in der Politik durch Eduard Stumpe oder beim traditionellen Osterräderlauf durch Uwe, zeige die tiefe Verwurzelung in der Heimat. Dr. Jens Prager fasste die Bedeutung des Preisträgers zusammen: „Nachhaltiges Wirtschaften ist im Bauunternehmen Stumpe eine Selbstverständlichkeit. Damit nimmt der Betrieb eine Vorbildfunktion ein“.Neben Stumpe werden drei weitere Betriebe aus OWL geehrt. Die feierliche Auszeichnung für alle Preisträger findet am 23. September im Theater in Gütersloh statt.