Bad Pyrmont. Die Kinder hatten am Eröffnungstag die volle Aufmerksamkeit. Den ebenfalls zahlreich Am Hylligen Born anwesenden Eltern und Großeltern gelang es kaum, die vor Vorfreude zappelnden Kleinen davon abzuhalten, bereits vorab den Platz zu stürmen. Immer wieder war die Aufforderung: „Warte!“ zu hören. Lediglich dem Kinderchor der Herderschule gelang es, mit drei vorgetragenen Liedern für eine gewisse Zeit die Aufmerksamkeit zu bündeln, wofür er stürmischen Applaus erhielt. 1000 Mädchen und Jungen beteiligt Monatelang hatten Mitarbeiter der Extertaler Garten- und Landschaftsbau-Firma Gerber das vorher jahrzehntelang brachliegende Gelände der ehemaligen Staatsbad-Tennisplätze nördlich des Pyrmonter Kurparks in einen großen, vielseitigen Spielplatz verwandelt. Dafür installierten sie zig Spielgeräte, legten Wege an, säten Gras und pflanzten ein Hainbuchen-Labyrinth. Alles basierend auf Planungen, an denen der örtliche Kinderschutzbund bei mehreren Aktionen über 1000 Mädchen und Jungen beteiligt hatte. Um die 270.000 Euro des nach dewezet-Informationen insgesamt wohl rund 600.000 Euro teuren Platzes konnte die Kinderschutzbund-Vorsitzende Manuela Groth, die auch die Idee zu dem ganz besonderen Spielplatz hatte, bei Spendern und Sponsoren auftreiben. Den Rest der Kosten des für Bad Pyrmont als „kinderfreundliche Kommune” prestigeträchtigen Spielplatzes trägt die Stadt. Und dann war es am Wochenende endlich so weit: Der Regen ließ passend nach, der Moment des Bandzerschneidens steigerte die bei den Kindern kaum noch zu ertragende Ungeduld, und dann explodierte es nahezu an dem mit bunten Ballons markierten Einlass. Da kamen die kurzen Beine kaum mit, zumal die meisten wenig fürs Laufen geeignete Stiefel trugen. Die stürmende Masse schien sich zuvor genauestens ausgemalt zu haben, welches der bunten Spielgeräte als erstes erobert werden soll. Doch bereits nach kurzer Zeit verteilten sich die Spielplatzerkunder auf dem gesamten Gelände, wobei nur die wenigsten auf die Begleitung von Erwachsenen bedacht waren. Sie eiferten einfach denen nach, die sich bereits trauten und erforschten auf diese Weise Gerät für Gerät. Lesen Sie auch: Blomberg setzt ein Zeichen für Kinderrechte Anerkennung für Projekt Welch ein Strahlen war auch in den Augen der Erwachsenen erkennbar, die sich an dem Spaß der Kinder erfreuten. Häufig war in Gesprächen Zustimmung und Anerkennung zu hören. Gängig dabei die übereinstimmende Meinung, dass die nicht zu überhörenden und begeistert ausgestoßenen Stimmen der Kinder besser in die zentrumsnahe Örtlichkeit passen würden, als das früher zu hörende „Plop“ der Tennisbälle, zumal diese Töne schon über einen längeren Zeitraum von dem verwaisten und unansehnlichen Gelände nicht mehr zu hören waren. Dieser nach Meinung der Anwesenden wirklich gelungene Spielplatz soll nach dem Willen der verantwortlichen Initiatorin Manuela Groth sowie der stadtinternen Lenkungsgruppe, die maßgeblich den Platz mitgestaltete und auch zu dem finanziellen Sponsoring beitrugen, den Kindern auch als Lernort dienen. Spielerisch würden sie bei der Nutzung der Spielgeräte Mut und Selbstvertrauen erwerben und beispielsweise an einem Großmemory etwas über die universellen Kinderrechte erfahren. Auch interessant: „Ort der Kinderrechte“ in Blomberg offiziell eröffnet Freie Fläche für Aktionen Der nun nutzbare Spielplatz sei auch ein Mosaik in dem Zertifikat, das Bad Pyrmont als „Kinderfreundliche Kommune“ trägt. Zudem biete ein noch freies Gelände neben dem Spielplatz die Möglichkeit, einen weiteren Nutzungsgedanken umsetzen zu können, nämlich einen Aufenthalts- und Bewegungsbereich zentrums- und kurparknah für „Mehrgenerationen“ zu schaffen. Entsprechend attraktiv gestaltet böte das Gelände Reize für Ältere oder Kommunikationschancen für begleitende Erwachsene, während ihr Nachwuchs den Spielplatz erobert. So entwickelt entstünde ergänzend zum Brunnenplatz ein spezieller Lebensraum innerhalb des Kurzentrums.