Lügde. Als sich Ute Brockmeyer aus Lügde am 22. Oktober auf den Weg zur Arbeit machte, ahnte sie noch nicht, was sie dort erwarten würde. Sie habe einen großen Schreck bekommen, als sie die Polizei- und Feuerwehrfahrzeuge vor ihrem Café „Kinkerlitzken“ gesehen habe, erzählt die 49-Jährige im Gespräch mit der LZ. Der Pelletofen hatte einen Schwelbrand ausgelöst, wie die Café-Betreiberin später erfuhr. Ihre gesamte Existenz lag unter schwarzem Ruß begraben. Doch dank einer Spendenaktion kann die verwitwete Mutter von zwei Töchtern (14 und 19 Jahre) nun hoffnungsvoll nach vorne blicken. Sie wird das Café am neuen Standort wieder eröffnen. Eine Fußgängerin habe die Rauchschwaden aus den geschlossenen Fenstern des Cafés dringen sehen und die Einsatzkräfte alarmiert, berichtet Brockmeyer von jenem Mittwochmorgen. Glücklicherweise sei niemand verletzt worden. Doch die Café-Betreiberin trägt nicht nur einen finanziellen Schaden, sondern auch einen ideellen Verlust davon. „Die Möbel im Café hatte mein Mann, der vor vier Jahren verstorben ist, gebaut“, erzählt die Lügderin, die daher auch emotional sehr an diesen Sachen hing. Große Spendenbereitschaft Ohne Einkommen bei laufenden Kosten sah die Selbstständige ihre Existenz bedroht. Das Geld von der Versicherung, das Ute Brockmeyer für die selbstgebauten Möbel erhalte, sei auch nicht so hoch, um davon ein neues Café einrichten zu können, sagt sie. Eine Freundin sei daher auf die Idee gekommen, auf einer entsprechenden Plattform im Internet einen Spendenaufruf zu starten. Die 49-Jährige versuchte ihr Glück und kann kaum fassen, welche Hilfsbereitschaft sie erfährt. Es fehlen nur noch rund 2500 Euro, um das Spendenziel von 15.000 Euro zu erreichen. „Ich bin sehr dankbar dafür“, betont sie. Außerdem würde ihr die Unterstützung der Menschen zeigen, dass den Gästen das „Kinkerlitzken“ fehle. Dass sie das Café, das gegenüber dem Kloster liegt, im Jahr 2019 von Freunden übernahm, sei die beste Entscheidung gewesen, sagt Ute Brockmeyer. Auch wenn die gelernte Tischlerin und Industriekauffrau zuvor mit Kuchenbacken nicht viel am Hut gehabt hätte, wie sie sagt. Doch sie habe großes Gefallen am Backen gefunden und der Umgang mit den Gästen bereite ihr viel Freude. Deswegen sei für die Lügderin klar gewesen, ihr Café wieder eröffnen zu wollen. „Ich möchte nichts anderes machen, das ist einfach meins.“ Neuer Standort In die alten Räume wird Ute Brockmeyer jedoch nicht zurückkehren. Sie habe aber schon eine andere Lokalität in der Innenstadt ins Auge gefasst. Noch sei dies aber nicht spruchreif, deswegen könne sie auch noch keine Adresse nennen. Das Café solle die Größenordnung von 30 Sitzplätzen drinnen sowie 20 Stühlen draußen behalten. Dies sei eine gute Größe, die sie ohne Personal schaffe. Auch der Name bleibe der gleiche. „Vielleicht hänge ich noch ein 2.0 dran“, sagt sie und lacht. Ute Brockmeyer hofft, dass sie im neuen Jahr um die Osterzeit herum die Gäste im neuen Café begrüßen kann.