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Oerlinghausen

Bildhauer Bruno Buschmann feiert in Oerlinghausen

Oerlinghausen. Im Wohnzimmer stehen großformatige Fotografien mit Arbeiten aus Bronze und Stein auf dem Boden. Auf anderen ist Bruno Buschmann als junger Mann „mit dunklen Locken“, Hammer und Meißel bei der Arbeit zu sehen oder später mit grauem Kittel. Pünktlich zum 90. Geburtstag des bekannten Bildhauers haben die Bildeindrücke am 25. Mai einen Platz in Haus oder Garten gefunden.

Zahlreiche Skulpturen hat Bruno Buschmann in seinem Künstlerleben geschaffen. Wie viele es genau sind, „das habe ich nie gezählt“, sagt er. Ende 2016 ist ein Buch mit dem Titel: „Bruno Buschmann. Sein Leben – seine Kunst“ erschienen. Verfasst hat es sein Freund Hans Schumacher.

Insgesamt 310 Werke Buschmanns hat der Leiter des Senner Museums Osthusschule festgehalten. Als große Beispiele sind etwa der Brunnen vor dem Oerlinghauser Rathaus oder die Bronzeskulptur „Hören und Sehen“ vor dem Telekom-Verwaltungsgebäude in Bonn zu sehen.
Viele große Wettbewerbe hat Bruno Buschmann gewonnen. Nicht nur in Oerlinghausen oder Verl prägen seine Arbeiten das Stadtbild. Bis er 14 Jahre alt war, hat Buschmann in Verl gelebt, seither in Oerlinghausen. Das Grundstück dort, mitten in der Heide und nichts drumrum, hat er seinerzeit gegen den Willen seines Vaters erworben. „Da, in dieser reformierten Stadt, kann kein Künstler überleben“, prophezeite der Vater.

Doch Bruno Buschmann blieb und hatte – entgegen der Prognose seines Vaters – gut zu tun. „Ich kam gut mit den Leuten zurecht, hatte sofort Aufträge“, erzählt der 90-Jährige. Der Fischreiher vor der Heinz-Sielmann-Schule war seine erste Arbeit in der Bergstadt. Jahrzehntelang arbeitete Buschmann ohne Hilfe. Als es ihm zu schwer wurde, die Formen zu schleppen, suchte er eine Gießerei und fand Freunde, die halfen. Den Glühofen schaffte er ab, „zum Selbstschutz“, wie er sagt.

„Anfangs habe ich die Arbeiten noch aufgestellt wie die alten Ägypter“, scherzt Buschmann. Dann baute er sich einen Kran, „das war eine traumhafte Erleichterung“. Die schwere Arbeit aber hat dennoch ihren Tribut gefordert. Rücken und Knie spielen nicht mehr mit, schweres Tragen ist verboten, darauf achtet seine Frau Wiesia. Zum gestrigen Geburtstag wurde Buschmann jetzt nicht nur zum Ehrenmitglied des Kunstvereins ernannt. Bürgermeister Dirk Becker überreichte ihm außerdem das vor Jahrzehnten von ihm selbst angefertigte Oerlinghauser Bronzebeil.

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