Kreis Lippe. Passend zum Jahresstart ist der gute Vorsatz, etwas für die eigene Gesundheit zu tun, auch in Lippe wieder besonders präsent. Das zeigt sich bei einem Blick in die örtlichen Fitnessstudios. Im Januar verzeichnen die Studios im Kreis deutlich mehr Zulauf als in anderen Monaten im Jahr. Studioleiter und Fitnesstrainer verraten, wie lang diese Hochphase für gewöhnlich anhält und welche Angebot gerade besonders stark nachgefragt sind. Ein paar Kilos abnehmen, Muskeln aufbauen oder einfach mehr Bewegung in den Alltag integrieren: Die Ziele der Lipper sind so vielfältig wie die Kurse in den einzelnen Studios. Svenja Eikermann, Studioleiterin bei Fitness First in Detmold und ihre Stellvertreterin Nicole Serr merken den Neujahrsansturm in ihrem Studio an der Wittekindstraße derzeit wieder sehr deutlich. Doch die heiße Phase, was Neuanmeldungen betrifft, beginnt ihrer Erfahrung nach schon deutlich früher. „Von November bis Februar haben wir die meisten Anmeldungen, sie machen zwischen 60 und 70 Prozent des Jahresumsatzes aus“, offenbart Eikermann. Hyrox liegt in Detmold voll im Trend Besonders beliebt bei den Fitness First-Kunden in Detmold ist laut den Studioleiterinnen aktuell der Trendsport Hyrox, eine Kombination aus verschiedenen Trainingsmethoden. Funktionelles Krafttraining wechselt sich ab mit hochintensivem Intervalltraining oder dem klassischen Ausdauersport Laufen. Hyrox ist gewissermaßen das neue CrossFit, das die Fitnessszene vor allem in den 2010er-Jahren bestimmte. Darüber hinaus finden sich aktuell bei Fitness First in Detmold auch etliche Neulinge, die mit guten Vorsätzen und bewährten Trainingsmethoden ins neue Jahr gestartet sind. „Der eine möchte abnehmen oder einen definierten Körper bekommen, der andere mehr Muskeln aufbauen“, sagt Serr. Passend dazu biete das Unternehmen entsprechende Angebote wie Gratis-Trainings zum Reinschnuppern an. Jedes Neumitglied erhalte zudem eine Einweisung in die Trainingsumgebung sowie eine umfassende Körperanalyse, die in regelmäßigen Abständen wiederholt werden könne, um Fortschritte zu messen. „Unsere Kunden werden von uns eng betreut. Wir quatschen sie immer mal wieder an, um sie zu motivieren oder um Tipps zu geben. Guter Zuspruch ist wichtig. Die allermeisten Leute nehmen das sehr gerne an“, sagt Svenja Eikermann. Auch im früheren Sportpark Lippe, der seit einem Inhaberwechsel seit dem 1. Januar unter dem Namen Toyto Club firmiert und zurzeit umgebaut wird, wird nach dem Jahreswechsel besonders fleißig trainiert „Zurzeit ist es wegen der Bauarbeiten ein wenig beengter als vorher, aber wir kommen gut zurecht“, sagt Sarah Janz, sportliche Leitung im Toyto Club. Leiterin: „Gemerkt, dass es im Februar erst richtig losgeht“ Der Fokus vieler Sportlerinnen und Sportler, die hierher kommen, liegt Janz zufolge vornehmlich auf der Förderung und dem Erhalt der eigenen Gesundheit. „Viele unserer Kunden machen Rehasport oder kommen aus diesem Bereich und wollen anschließend noch etwas mehr machen.“ Fitnessneulinge gibt es aber auch. „Im Januar kommen auch bei uns viele mit ihren guten Vorsätzen zum Training, wir haben in der Vergangenheit aber gemerkt, dass es im Februar meist erst so richtig losgeht“, sagt Janz. Doch schon jetzt herrsche im Toyto Club besonders viel Interesse an sportlichen Angeboten: „Die Kurse werden voller, Pilates ist besonders beliebt. Aber auch auf der Fläche an den Geräten herrscht mehr Betrieb.“ Die Neustarter werden laut Janz mit ganzheitlichen Trainingsplänen, die sämtliche Muskelgruppen beanspruchen, an die sportliche Belastung herangeführt. Zu Beginn gibt es außerdem ein Beratungsgespräch sowie eine Körperanalyse, bei der der Wasseranteil im Körper, der Körperfettanteil und die Muskelmasse erfasst werden. Nach einigen Wochen Training werden die Daten dann erneut erhoben. So werden Fortschritte dokumentiert, gleichzeitig soll die Motivation durch Erfolgserlebnisse hochgehalten werden. Doch das klappt nicht immer, meint Janz. „Anfangs sind viele immer supereifrig, bei einigen hält das leider maximal bis Ostern.“ Erst kürzlich habe sie eine junge Mutter betreut, die nach kurzer Zeit im Training bereits fest entschlossen gewesen sei, ihr Trainingspensum zu erhöhen. Doch es sei oft angebrachter, die Belastung behutsamer zu steigern. Janz: „Der perfekte Trainingsplan ist einer, den man sein Leben lang durchhalten kann.“ Wie ihre Kolleginnen hat auch Delia Enbrecht, Trainerin im Xtrasport in Detmold, in diesem Monat ganz ähnliche Erfahrungen mit Neujahrsstartern gemacht. „Es sind vor allem viele junge Leute, die sich zurzeit anmelden.“ Befeuert durch den Körperkult in den sozialen Medien sei die Vorliebe für Fitness und Sport gerade bei jungen Menschen ungebrochen. Doch das bringt laut Enbrecht auch Probleme mit sich. „Viele Neulinge haben keinen oder durch Influencer den falschen Plan an der Hand. Sie haben falsche Vorstellungen davon, was sie mit dem Training erreichen können.“ Etliche Neueinsteiger wollten direkt mehrmals pro Woche trainieren, um schnelle Erfolge zu erzielen. Das funktioniere so aber nicht: „Für das Training im Fitnessstudio muss man Zeit mitbringen“, sagt Enbrecht. Bad Salzufler Studio verzeichnet 50 Prozent mehr Anmeldungen Laut Willi Braun, Personal-Trainer und Studioleiter bei Easyfitness in Bad Salzuflen, verlief der Januar in seinem Studio ebenfalls ziemlich typisch. „Wie jedes Jahr im Januar gab und gibt es auch bei uns nun wieder einen starken Zulauf. Auch viele Leute, die bereits Mitglied sind, wachen sozusagen aus dem Winterschlaf auf und starten wieder ins Training.“ Alles in allem sei der Januar in der Fitness-Branche stets „ein sehr voller Monat“, sowohl was das Publikum auf der Trainingsfläche betrifft, als auch das Arbeitspensum der Trainerinnen und Trainer. „Prozentual gesehen, melden sich im Januar bei uns 50 Prozent mehr Menschen an als in den anderen Monaten“, sagt Braun. Besonders beliebt bei Fitness-Neulingen in Bad Salzuflen ist Braun zufolge das Personal Training, einer 1 zu 1-Betreuung, bei der die Mitglieder einen individualisierten Trainingsplan erhalten, der exakt auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten wird. „Wir setzen uns mit jedem Einzelnen zusammen, das Training muss vor allem alltagsgerecht sein.“ Sprich: Es soll fordern aber zugleich neben Schule, Universität oder Beruf und Freizeit zu schaffen sein. „Bei der Trainingsplanung schauen wir zusammen mit den Kunden immer darauf: Was ergibt Sinn für denjenigen oder diejenige.“ Weniger sei gerade für Anfänger oft mehr. Natürlich werde den Neulingen auch die Verwendung der Trainingsgeräte umfassend erläutert. Die passende Ernährung als Ergänzung zum Sport sei ebenfalls ein wichtiges Thema, das viele interessiere. Cycling-Kurse bei Studio in Lage besonders gefragt Was die derzeit beliebtesten Sportangebote bei Easyfitness in Bad Salzuflen angeht, so liegen Cycling- und Body Pump-Kurse laut Braun aktuell bei den Mitgliedern besonders im Trend. Vor allem Letztere kommen bei Anfängern gut an: Die Teilnehmer starten mit einem Aufwärmprogramm. Danach geht es mit Hanteltraining weiter. Bodypump setzt auf geringe Gewichtsbelastung und eine hohe Wiederholungsrate mit den Gewichten. Das geleitete Training dauert je nach Kurs zwischen 30 und 55 Minuten. Andreas Haugwitz, Studioleiter bei „Fitness4u“ in Lage, konnte im Januar schon einige neue Mitglieder in seinem Studio in der Akazienstraße begrüßen. Aber auch Kunden, die schon längere Zeit nicht da gewesen seien „und jetzt womöglich ein schlechtes Gewissen haben“, wie es Haugwitz ausdrückt, ließen sich zuletzt wieder blicken. „Etwa 10 Prozent von denen, die schon länger nicht mehr da waren, fangen im Januar wieder an.“ Auf die Frage nach den zurzeit beliebtesten Angeboten kann Haugwitz derweil keinen klaren Favoriten ausmachen. „Bei den guten Vorsätzen geht es ja immer darum, fitter zu werden und abzunehmen. Deswegen ist alles ein wenig gefragt. Auf der Fläche sind im Januar natürlich mehr Leute, um mit Gewichten zu trainieren. Aber auch beim Cycling, wo besonders viele Kalorien verbrannt werden, ist bei uns jetzt zum Jahresstart besonders viel los.“ Auch interessant: Fitness-Erfolg aus Lemgo: Eleni und Maurice erreichen Millionen bei YouTube