Das Oerlinghauser Kaiserpaar wechselt die Pferde

Karin Prignitz

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Die Regenten: Kaiserpaar Nicole und Eike Kramer (rechts) fahren gemeinsam mit dem Bierkönigspaar Thomas und Anja Salitter (links) im noblen Gefährt durch die Stadt und winken den Zuschauern an den Straßenrändern zu. - © Karin Prignitz
Die Regenten: Kaiserpaar Nicole und Eike Kramer (rechts) fahren gemeinsam mit dem Bierkönigspaar Thomas und Anja Salitter (links) im noblen Gefährt durch die Stadt und winken den Zuschauern an den Straßenrändern zu. (© Karin Prignitz)

Oerlinghausen. So etwas hat es in Oerlinghausen noch nie gegeben. Da hatten Bösewichte dem amtierenden Kaiser der Oerlinghauser Schützengesellschaft doch tatsächlich seine „Kutsche" (sein Auto) geklaut. Waren hier etwa Gegner der Monarchie am Werke, fragte sich Bürgermeister Dirk Becker beim Schützenempfang im Bürgerhaus. Fest stehe, dass die Stadt, genauer gesagt die Stadtwerke, sich sofort etwas einfallen lassen, wenn der Regent in Not ist: „Es fährt jetzt ein Bus nach Währentrup."

Auch wenn die neue Buslinie in Wahrheit wohl weniger mit dem Wohnort der Majestät zu tun hat, dürfte so viel Einsatz die Liste der Aspiranten, die am heutigen Montag um die Königswürde kämpfen, lang sein, vermutete Becker augenzwinkernd.

Und wohl auch die der Besucher, denn die Schützengesellschaft, das hob Becker hervor, gehe mit neuem Konzept und modernen Ideen des neuen Festwirtes „noa entertainment" neue Wege, um das Traditionsfest für die nachkommenden Generationen zu erhalten.

Diese Neuerungen kamen tatsächlich gut an. Viele positive Rückmeldungen habe es gegeben, berichtete Presseoffizier Patrick Bockwinkel. Das Regenwetter am Samstagabend habe zwar Besucher gekostet, dennoch sei das neue Zelt rappelvoll gewesen. Deutlich mehr als 2000 Gäste sorgten für eine super Stimmung, die „Hit Radio Show" und die Neugestaltung seien grandios gewesen, das hatte Oberst und Vorsitzender Christian Landerbarthold selbst erlebt und von vielen Seiten bestätigt bekommen.

Zuvor hatte der große Zapfenstreich wegen der anhaltenden Niederschläge im Zelt stattfinden müssen. Fabian Köster, der ihn anführte, wird nun wohl in die Annalen eingehen, denn Vergleichbares gab es letztmals 1989 im Königsjahr von Hans Klocke. Schon der Marsch zum Kaiserpaar Eike und Nicole Kramer war von Nässe begleitet worden. Auch beim Aufmarsch auf dem Rathausplatz am frühen Sonntagnachmittag öffneten sich erneut die Schleusen – diesmal allerdings nur für einen kurzen Schauer.

Das Kaiserpaar wurde in einer weißen Kutsche von zwei Schimmeln durch die Stadt gezogen. Erstmals hatte die Schützengesellschaft außerdem einen großen Picknickwagen, ebenfalls mit zwei Pferden vorweg, organisiert. Premiere feierte auch eine Abordnung von Schützinnen und Schützen aus Celle-Wietzenbruch.

Zustande gekommen war der Kontakt über die „Cold-Water-Beer-Challenge". Neben der Gaudi war es dabei um 50 Liter Bier gegangen, dazu eine Einladung für den Gegenbesuch. Diese neuen Kontakte und lange bestehenden Freundschaften zu anderen Schützenvereinen, 
Schützenbruderschaften, Musikkapellen und insbesondere der Augustdorfer Patenkompanie seien ein wichtiger Punkt, das hoben die Schützen hervor. Unter denen, die immer wieder gerne dabei sind, waren Vertreter der Kämper-Kompanie aus Paderborn. Die hatten „viele nette Anekdoten" mitgebracht. Weitere werden sich sicher rund um das Schützenfest ergeben.

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