Brandmaus scheut den lippischen Westen

Biologische Station ruft LZ-Leser auf, das Vorkommen der Nager zu melden

Thorsten Engelhardt

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Die Brandmaus - © Wolter
Die Brandmaus (© Wolter)

Schieder-Schwalenberg. Die Brandmaus ist vielen Lippern nicht bekannt, dabei ist diese Art sehr interessant. Denn die westliche Grenze ihres Verbreitungsgebietes verläuft nach bisherigem Wissen mitten durch Lippe, auf einer Linie Kalletal-Lemgo-Detmold-Horn-Bad Meinberg. Die Biologische Station erhofft sich jetzt Erkenntnisse, ob sich die Maus weiter nach Westen verbreitet hat.

Manche Arten kann man nicht nur in der freien Natur beobachten, sondern mitunter sogar in der eigenen Wohnung. So erging es Holger Sonnenburg, Mitarbeiter der Biologischen Station in Schieder.

„Wie andere Kleinsäuger auch, tritt diese Art mit Beginn der kalten Jahreszeit vermehrt in ländlichen Anwesen auf“, berichtet Sonnenburg in einer Mitteilung. Brandmäuse sind wegen ihrer schwarzen Rückenzeichnung in Kombination mit der rotbraunen Felloberseite unverwechselbar. Sie sind von Mitteleuropa bis Ostasien verbreitet, aber genau durch Lippe läuft die westliche Grenze ihres riesigen Verbreitungsgebietes. 2014 scheint ein gutes Jahr für Brandmäuse zu sein. So haben sie sich nach Informationen der Biologischen Station in Dalborn deutlich vermehrt. Auch aus Sabbenhausen und dem Kalletal wird ein verstärktes Auftreten der Art gemeldet. Warum und ob diese Art den Westen des Kreises (noch) nicht besiedelt hat, sei noch unklar. Sonnenburg und seine Kollegen erhoffen sich neue Erkenntnisse durch die LZ-Leser, um das Verbreitungsgebiet der Nager neu dokumentieren zu können. „Gerade Daten zur Verbreitung von Säugetieren werden im Gegensatz zur Vogelbeobachtungen nur selten gemeldet“, berichtet Holger Sonnenburg

Wer Brandmäuse westlich der Linie Kalletal-Lemgo-Detmold-Horn-Bad Meinberg. beobachtet hat, kann dies der Biologischen Station Lippe melden. Wie bei vielen anderen Mäusearten, so kann es auch bei der Brandmaus zu Massenvermehrungen kommen. Am Rande ihres Verbreitungsgebietes ist jedoch nicht mit einer allzu extremen Vermehrung zu rechnen - anders als bei der Feldmaus, die derzeit auch in Lippe außerordentlich häufig ist. Solch eine hohe Populationsdichte sei bei Mäusen jedoch stets nur eine vorübergehende Erscheinung.

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