Schieder-Schwalenberg. Fünf Monate nach dem schweren Verkehrsunfall in Nessenberg, bei dem eine 24-jährige Radfahrerin ums Leben gekommen ist, steht das Ergebnis der Unfallexperten fest: Der Autofahrer, der mit der Radfahrerin kollidierte, war erheblich zu schnell unterwegs. Doch lässt sich daraus ableiten, dass die Kreuzung besonders gefährlich ist oder besonders viele Autofahrer sich nicht an das vorgeschriebene Tempolimit von 70 km/h halten? Um diese Frage zu beantworten, hat der Kreis Lippe mehrere Wochen lang verdeckt die Geschwindigkeiten gemessen. „Grundsätzlich wird an der Stelle Tempo 70 eingehalten“, teilt Kreis-Pressesprecher Patrick Bockwinkel das Ergebnis der zweiwöchigen Messung mit. Raserei oder regelmäßiges zu schnelles Fahren habe nicht festgestellt werden können. Nach Unfall Gefahrzeichen „Radverkehr“ aufgestellt Da die besagte Kreuzung an der L886 auch in Rücksprache mit der Kreispolizeibehörde bisher nicht als Unfallhäufungsstelle aufgefallen ist, fehlten der Verkehrsüberwachung/Kreisordnungsbehörde derzeit die vorgeschriebenen Voraussetzungen dafür, um stationäre oder mobile „Blitzer“ dort einsetzen zu dürfen, teilte Bockwinkel weiter mit. Wie mehrfach berichtet, endet der Radweg an der Stelle abrupt und wird auf der anderen Seite fortgesetzt. Radfahrer sind gezwungen, die L886 zu überqueren. Der Kreis habe aber unmittelbar nach dem tödlichen Unfall reagiert und bei Nessenberg die Gefahrzeichen „Radverkehr“ aufgestellt. Außerdem werde der Kreis Lippe einen Termin mit allen beteiligten Behörden - unter anderem der Straßenverkehrsbehörde, Straßen.NRW und der Kreispolizeibehörde - koordinieren, bei dem die Ergebnisse des Gutachtens gemeinsam erörtert werden sollen. „Ob und welche Maßnahmen abschließend zu treffen sind, dazu kann erst nach Auswertung der Untersuchungsergebnisse und des Ortstermines der Fachbehörden eine seriöse Auskunft erteilt werden.“