Manch einer mag sich wundern, dass es einen langjährigen Bürgermeister in seinem wohlverdienten Ruhestand noch einmal – wenn auch in sehr untergeordneter Funktion – ins Rathaus treibt, vor allem ehrenamtlich. Und das in einer Zeit, da dieses Ehrenamt alles andere als vergnügungssteuerpflichtig ist. Am Geld kann es nicht liegen, denn die Aufwandsentschädigung ist sehr mager: Wer sich einen Abend in einer der manchmal auch ziemlich langweiligen Sitzungen um die Ohren schlägt, macht das nicht wegen der lumpigen knapp 30 Euro. Und um als Laie kompetente Entscheidung treffen zu können, bedarf es mitunter auch einer längeren Vorbereitung, selbst wenn die Verwaltung die Beschlüsse mundgerecht vorbereitet. Das dürfte einem Pensionär natürlich deutlich leichter fallen als jemandem, der noch voll im Berufsleben steht, vielleicht auch eine Erklärung, warum es auch im neuen Rat nicht allzu viele junge Leute gibt. Große Verantwortung Die meisten Entscheidungen in Rat und Ausschüssen sind auch in Schieder-Schwalenberg fremdbestimmt durch den Kostendruck. In den kommenden fünf Jahren werden die ehrenamtlichen Lokalpolitiker garantiert unpopuläre Entscheidungen treffen müssen. Und doch sind sie bereit, sich diesen Problemen zu stellen und über Parteigrenzen hinweg die Verantwortung für die Geschicke dieser Stadt zu übernehmen.Was auch immer diese Frauen und Männer tun: Sie verdienen unseren Respekt. Und wem die Beschlüsse nicht passen, der hat nur eine Möglichkeit: Beim nächsten Mal selbst anzutreten.