Bielefeld. Das dürfte teuer werden: Nach den Vorfällen im Block der Bielefelder Fans während des Derbys in Münster muss der DSC Arminia mit einer empfindlichen Strafe rechnen. Zumal die Arminen vorbelastet sind. In Bochum und Darmstadt hatte es ähnliche, wenn auch weniger heftige Aktionen gegeben.
Aus der Umgebung der Bielefelder Anhängerschaft waren in Münster Feuerwerkskörper gezündet und Leuchtraketen abgeschossen worden. Schiedsrichter Sascha Stegemann sah sich gezwungen, die Partie in der 84. Spielminute für zehn Minuten zu unterbrechen. Während die DSC-Profis die bittere 1:3-Derbypleite am Montagmorgen aufgearbeitet und abgehakt hatten ("Wir haben das Spiel analysiert, jetzt blicken wir auf das Heimspiel gegen Erfurt", sportlicher Leiter Samir Arabi), werden die Ausschreitungen einiger Chaoten ein Nachspiel haben.
Die Arminen hoffen, ,,dass die Täter ermittelt und zur Verantwortung gezogen werden. In einer offiziellen Stellungnahme verurteilt der DSC "jeglichen Umgang mit Pyrotechnik im Stadion. Der Club ist erschrocken und distanziert sich mit aller Entschlossenheit von den Vorfällen in Münster", heißt es. Mit "Fankultur" habe "der Einsatz von Erzeugnissen wie Böllern und Leuchtspuren" nichts zu tun. Er diene "ausschließlich dem Zweck eines martialischen Auftretens".
Protest innerhalb des Blocks
Neben den zivilrechtlichen Ermittlungen der Polizei nimmt sich auch der DFB-Kontrollausschuss der Sache an. Ein Vertreter des DFB hat im Stadion die Vorfälle verfolgt. Unmittelbar nach dem Münsteraner Treffer zum 3:1 hatten zum Teil vermummte und schwarz gekleidete Personen Böller und Rauchkerzen gezündet. Aus dem Block der Bielefelder wurden Raketen abgefeuert, die zum Teil auf dem Spielfeld landeten. Innerhalb des Blocks gab es lautstarken Protest gegen diese Aktionen. Viele DSC-Fans distanzierten sich von den Verursachern und riefen: "Wir sind Arminen und ihr nicht."
In seiner Stellungnahme ruft Arminia "seine Fanszene auf, sich zu reflektieren, gemeinsame Werte zu diskutieren und sich auf seine Stärken zu besinnen. Ermutigt durch die deutlich artikulierte Ablehnung der überwiegenden Mehrheit im Gästebereich erhoffen wir uns, dass dies gelingt." Die Arminen hoffen auf einen Selbstreinigungsprozess.
Münster hat auch Erfahrungen mit "Chaoten" in fremden Stadien. Die Preußen haben wegen ähnlicher Vergehen 8.000 Euro Strafe zahlen müssen. Die aktuelle "Strafentabelle" (Quelle: liga3-online.de) führt Rostock mit 10.000 Euro an. Arminia gehört zu den 14 Drittligisten, die in dieser Saison bisher ohne Strafe ausgekommen waren. Das wird sich ändern. Wegen der Unterbrechung dürfte eine Geldstrafe in fünfstelliger Höhe auf sie zukommen, auch ein Teilausschluss der Fans - möglicherweise auf Bewährung - ist denkbar.