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Bielefeld

Bielefelder Rathaus nach Bombendrohung mehrere Stunden geräumt

Bielefeld. Rund um das Bielefelder Rathaus lief seit 17 Uhr eine große Polizeiaktion. Schwer bewaffnete Beamte sind angerückt, weitere wurden am Abend angefordert, um das Neue und das Alte Rathaus zu durchsuchen. Zuvor soll beim Bürgerservice-Zentrum der Stadt der Hinweis einer Bombendrohung eingegangen sein.

Update, 23.15 Uhr: Bis 22.40 Uhr waren SEK, Bereitschaftspolizei und mehrere Sprengstoffspürhunde mit der Durchsuchung von Neuem und Altem Rathaus beschäftigt. Dann brach die Polizei schließlich die Suche ab, heißt es in einer Mitteilung der Polizei kurz nach 23 Uhr. Denn parallel zu den Durchsuchungen hatten Ermittlungen zur Verifizierung der Ernsthaftigkeit der Bombendrohung und zu den Hintergründen der Drohung geführt. Danach konnte die Einsatzführung eine noch anstehende Durchsuchung des Alten Rathauses absagen.

Auch die Parkgarage konnte ab 22.40 Uhr freigegeben werden, so dass alle Besitzer ihre Fahrzeuge ab diesem Zeitpunkt aus der Tiefgarage fahren konnten.Wie die Polizei mitteilte, war um 16.50 Uhr ein Notruf aus dem Rathaus angekommen, wonach dort telefonisch eine Bombendrohung eingegangen sei.

Oberbürgermeister und Hund, Politiker und Polizeipräsidentin verlassen Rathaus

Der Anrufer will offenbar eine verdächtige Person mit einer Tasche gesehen haben, in der sich eine Bombe befinde. Die Polizei hat deshalb das Alte und Neue Rathaus samt Tiefgarage geräumt. Zudem Zeitpunkt fand im Rathaus noch eine Veranstaltung mit rund 30 Personen statt: Im Alten Rathaus tagte der Hauptausschuss, in dem Polizeipräsidentin Katharina Giere ausgerechnet zur Sicherheitslage in Bielefeld Auskunft geben sollte.

Während Polizisten mit spezieller Schutzkleidung und Maschinenpistolen zum Rathausvorplatz ausrückten und Stellung bezogen, verließen Oberbürgermeister Pit Clausen samt Hund, die Ausschussmitglieder und eben auch die Polizeipräsidentin das Alte Rathaus.

Zunächst war der komplette Vorplatz des Rathauses inklusive der Mittelinsel bis zum Theater gesperrt. Mit fortschreitender Zeit wurde dann der komplette Niederwall vor den beiden Rathausgebäuden gesperrt.

Zahlreiche SEK-Einheiten durchsuchen das Rathaus

SEK-Beamte verschiedenster Behörden fuhren vor und machten sich im Bereich zwischen Altem und Neuem Rathaus für ihren Sucheinsatz bereit. Mit besonderer Schutzausrüstung durchsuchten sie zunächst die Bürgerberatung, später die beiden kompletten Gebäudekomplexe - Raum für Raum.

Auch Sprengstoffspürhunde wurden für die Durchsuchung des Gebäudes angefordert, hieß es von der Polizei.

Kurz nach 19 Uhr wurde dann der komplette Niederwall abgesperrt auch die Seite zum Altstädter Kirchplatz hin. Kurz vor 20 Uhr trafen dann die ersten zwei Fahrzeuge mit Sprengstoffspürhunden der Bundespolizei ein. Seitdem wird das Rathaus nun auch mit Hunden durchsucht.

Parallel laufen Ermittlungen nach dem ominösen Anrufer

Polizei-Sprecherin Sonja Rehmert berichtet, dass am Abend noch weitere SEK-Einheiten und Spürhunde angefordert wurden - ein Zeichen, dass sich die Suche - mit Stand 20.15 Uhr - offenbar erst im Anfangsstudium befindet. Rehmert bestätigt, dass im Rathaus jedes einzelne Büro durchsucht wird.

Um 20.45 Uhr wurden die Räume in der oberen Etage zum Niederwall durchsucht, hinter den Fenstern waren Taschenlampen zu sehen. Kurz vor 21 Uhr trafen weitere SEK-Einheiten ein, um 21.40 Uhr folgte noch ein Team mit besonders geschützten Beamten, die sich auf die Suche nach einer möglichen Bombe machten.

Solange keine anderen Erkenntnisse vorlagen, nahm die Polizei die Drohung ernst. Solange hielt die Polizei laut Rehmert an dem Konzept der Komplettdurchsuchung fest. Parallel wurden aber auch die Ermittlungen nach dem Anrufer angestrengt. Als nach so langer Zeit und der abgeschlossenen Durchsuchung des Neuen Rathauses noch kein Fund gemeldet werden konnte, so Rehmert, wurden die anstehenden Durchsuchungen im Alten Rathaus abgebrochen, sagte die Sprecherin.

Erste Drohung für Schnellrestaurant

Die Polizei leitete nach Abschluss der Ermittlungen ein Strafverfahren wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten gegen Unbekannt ein. Die Ermittlungen dazu dauern an. Aus ermittlungstaktischen Gründen konnte die Polizei keine Details zu den bisherigen Erkenntnissen bekanntgeben.

Bereits kurz vor der Bombendrohung zum Rathaus war für ein Schnellrestaurant am Jahnplatz ebenfalls eine Bombendrohung eingegangen. Die Polizei Bielefeld hatte daraufhin den Bereich rund um die McDonalds-Filiale geräumt und den Jahnplatz sowie die Herforder Straße abgesperrt. Polizisten hatten sich dafür an der Einmündung Herforder Straße/Gustav-Stresemann-Straße positioniert.

Eine anschließende Überprüfung verlief allerdings negativ, so dass das Schnellrestaurant um 17.50 Uhr wieder öffnen konnte, berichtete die Polizei später.

Die Polizei nahm die Drohung fürs Rathaus ernst

"Die Polizei nahm die Drohung für das Rathaus ernst und hatte deshalb das gesamte Gebäude inklusive Parkhaus geräumt", hieß es am Nachmittag noch von der Polizei.

Der Stadtbahn-Verkehr in der Stadt war durch den Einsatz nicht beeinträchtigt. Der gesamte Betrieb lief ungehindert weiter, sagte Sprecherin Yvonne Liebold. Auch die Haltestelle Rathaus war nicht von den Sperrungen betroffen.

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