Bielefelderin Ann-Christin Klos scheidet bei "The Voice" aus

Stefan Becker

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Eine der herzlichsten Szenen während der gesamten Show. - © SAT.1/ProSieben/André Kowalski
Eine der herzlichsten Szenen während der gesamten Show. (© SAT.1/ProSieben/André Kowalski)

Bielefeld. Alice, Alice, who the ... is Alice? Vater Christian fand das Votum gar nicht gut. Er sei sogar richtig sauer gewesen, als Coach Alice Merton seine Tochter aus der Talent-Show verabschiedete und ihrem Gesangs-Partner und gleichzeitigem Kontrahenten den Vorzug gab, erzählt Ann-Christin Klos. "An viel kann ich mich gar nicht mehr erinnern, das ging alles so rasend schnell - aber eins weiß ich noch genau: die Standing Ovations von den Coaches nach dem Auftritt."

Davon konnte sich jeder am Donnerstagabend selbst bei "The Voice of Germany" ein Bild machen - und sehen, dass die Bielefelderin bei dem Battle auf der Bühne alles gab: starke Stimme, mondäner Look, und ganz viel Gefühl. Aber eben wie für einen kleinen Bruder. Denn so wirkte der 18-jährige Nicolas Granados an ihrer Seite. Das Liebeslied "Me" von Taylor Swift war in der Konstellation vielleicht nicht unbedingt die optimale Wahl.

Klare Ansage und große Geste

Und dann ist da noch die Sache mit dem Konkurrenz-Denken: "Ich will gewinnen, der Ehrgeiz steigt" wird der Schweizer Nicolas Granados auf dem Prosieben-Portal zitiert. Diesen Biss entwickelt Ann-Christin Klos vielleicht unter der Langhantel bei den Kniebeugen - aber im pseudo-verliebten Duett beim stimmlichen Kräftemessen? "Da kann er sich austoben, das soll er machen, er ist ja noch jung," sagt sie in die Kamera und lacht. Große Geste vor der Show.

Starke Worte nach dem Abgang: "Ich bin trotzdem glücklich, dass ich dabei war", resümiert sie ohne Groll: "Ich stand dort auf der Bühne, das war ein tolles Erlebnis und zum Live-Finale der Show im November werden wir uns alle wiedersehen." Also habe sich der Ausflug nach Berlin schon gelohnt.

Nach dem umjubelten Auftritt schloss sich Coach Sido dem Urteil seiner Kollegin Alice an und gab Nicolas den Segen fürs Weiterkommen. Der Unterlegenen empfahl er, was die Sendung nicht zeigte, dass sie in Zukunft doch lieber auf Deutsch singen solle. Die Idee sei ihr ja auch schon gekommen, doch habe es bisher noch an Mut dazu gefehlt. Coach Rea Garvey dagegen sah es wie Ann-Christins Vater. Der Musiker favorisierte die Stimme aus Ostwestfalen, doch auf den Bildschirm schaffte es nur das Statement seiner Stimmenthaltung.

Kurze Pause - dann eigene Songs

Und wie kam Ehemann Fabian Klos emotional mit der Situation klar? Auf dem Platz sieht der Kapitän und Goal-Getter von Arminia Bielefeld ja gerne mal Rot, wie jüngst im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart, wenn er mit der Entscheidung eines Schiedsrichters wortstark hadert. Diesmal aber wahrte er die Contenance und spendete später lieber etwas Trost.

Denn mehr war gar nicht nötig: "Ich habe viele tolle Leute kennengelernt und es sind ein paar richtige Freundschaften in Berlin entstanden, doch auf Dauer war die Anspannung schon stressig." Zurück im Alltag pendelt Ann-Christin Klos wieder zwischen Bielefeld, Enger und Herford und singt im Auto ihre Lieder. Demnächst dann vielleicht mehr auf Deutsch - haben Sidos Worte doch Gewicht.

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