Halle. Ostwestfalen hat eine seiner prägendsten Wirtschaftspersönlichkeiten verloren: Gerhard Weber ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Er hatte das Modeunternehmen Gerry Weber groß gemacht, die Tennistradition im Gerry Weber Stadion (heute OWL-Arena) begründet, mehrfach Arminia Bielefeld aus der Klemme geholfen und auch in anderen Bereichen in der Region gewirkt.
Weber hatte sich schon vor einiger Zeit weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Er starb nach Informationen von nw.de in der Nacht zu Donnerstag in einer Klinik in Münster.
Mit 23 Jahren hatte Gerhard Weber ganz einfach begonnen: er übernahm in Versmold ein Geschäft für Herren-Oberhemden. Daraus baute er ein internationales Modeimperium mit eigener Marke, das jedoch zuletzt Insolvenz anmelden musste und heute nicht mehr in der Hand der Familie liegt.
Anfang der 90er Jahre dann wagte er sich an eine ungewöhnliche Herausforderung. Er baute ein Tennisstadion in Halle und richtete dort ab 1993 Deutschlands erstes Rasentennis-Turnier aus, die Gerry Weber Open. Das Turnier firmiert allerdings seit 2019 als Noventi Open. Sohn Ralf ist noch immer Turnierdirektor. Nicht nur dem Tennis war Weber verbunden, auch dem Fußball. Als Sponsor und Mäzen half er dem angeschlagenen damaligen Zweitligisten Arminia Bielefeld finanziell aus.
Große Trauer im Modekonzern
Die Gerry Weber AG drückte in einer Mitteilung am Donnerstagnachmittag Trauer und tiefstes Mitgefühl gegenüber der Familie von Gerhard Weber aus. "Wir empfinden größte Dankbarkeit und Respekt einem viel geachteten Unternehmer gegenüber und trauern um eine zutiefst beeindruckende Persönlichkeit", so Vorstandsvorsitzender Alexander Gedat.
In der Mitteilung würdigt die Firma Weber als "geniale Unternehmerpersönlichkeit, die mit unermüdlicher Energie und nie versiegendem Elan die Geschicke des Unternehmens vorantrieb".